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Flughafen Terminal 3 entzweit die Region

Die SPD bringt Befürworter und Gegner des geplanten Terminals 3 an einen Tisch. Doch die Anhörung bringt keine Veränderung der Positionen. Fraport-Chef Stefan Schulte hält ein drittes Terminal spätestens 2021 für notwendig. Den Vorwurf von falschen Fraport-Prognosen weist er zurück.

Eine Passagiermaschine rollt von der Nordwest-Landebahn über die Autobahn A3 hinweg zum Terminal. Foto: dpa

Im Streit über den Ausbau des Frankfurter Flughafens mit einem dritten Terminal hat die SPD-Landtagsfraktion beide Seiten am Freitag in Wiesbaden an einen Tisch gebracht. Die Positionen von Fraport und Wirtschaftsverbänden, die das neue Terminal für dringend notwendig halten, und lärmgeplagten Anliegern, die an der Notwendigkeit zweifeln, blieben in der fünfstündigen Anhörung jedoch unverändert.

Der Flughafen sei „systemrelevant für Deutschland“, stellte der Chef des Flughafenbetreibers Fraport, Stefan Schulte, bereits auf der ersten Folie fest, die er an die Wand projizierte. Bei steigenden Passagierzahlen müsse aber mit „erheblichen Qualitätseinbußen bis hin zu massiven Einschränkungen im Betriebsablauf“ gerechnet werden, wenn die Kapazitäten nicht erhöht würden. Spätestens 2021 werde das dritte Terminal gebraucht.

Den Einwand von Fluglärmgegnern, dass die Fraport-Prognosen mit falschen Daten arbeiteten, wies Schulte zurück. Die FR hatte am Freitag den Verein Deutscher Fluglärmdienst zitiert, dem zufolge bereits der Winterflugplan 2014/15 weniger Flugbewegungen vorsieht als in den Fraport-Gutachten angenommen.

Fraport-Chef Schulte erwiderte, entscheidend sei nicht der Winter, sondern der Sommer. Denn das Geschäft klaffe saisonal zunehmend auseinander. Sprich: Immer mehr Passagiere wollen im Sommer verreisen, weshalb die Engpässe vor allem in diesen Monaten zu erwarten seien.

Neues Verständnis von Wachstum

SPD-Fraktionschef Schäfer-Gümbel griff ein anderes Argument Schultes für Terminal 3 auf. Danach würde ein Verzicht auf das neue Gebäude nicht zu einer geringeren Zahl von Flugbewegungen führen. Vielmehr sei damit zu rechnen, dass Billigflieger die Vorfeldpositionen besetzen würden.

Der Anwalt Martin Schröder zweifelte für die „Initiative Zukunft Rhein-Main“ die Prognosen von Fraport an. In der Initiative haben sich Kommunen, Bürgerinitiativen und Umweltschützer zusammengeschlossen. „Zu keiner Zeit hat die Fraport solche Passagierzuwächse gehabt, wie sie jetzt für die kommenden 17 Jahre prognostiziert werden“, sagte Schröder. Terminal 3 sei „schädlich und nicht notwendig“.

Umweltpfarrer Hubert Meisinger sprach sich im Namen der Evangelischen Kirche Hessen-Nassau für ein neues Verständnis von Wachstum aus. „Das Bruttoinlandsprodukt ist nicht das einzige, woran man sich orientieren sollte“, mahnte er. Auch soziale und ökologische Kriterien müssten zählen.

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