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Flughafen Frankfurt Wirbel um Ultrafeinstaub-Studie

Fluglärmgegner bezweifelt das Zwischenergebnis der Modellrechnung zur Ultrafeinstaub-Belastung am Frankfurter Flughafen.

Flughafen Frankfurt
Viel los auf dem Vorfeld: Am Frankfurter Flughafen entstehen massenhaft Emissionen, in der Luft sowieso. Foto: Michael Schick

„Gezielte Vertuschung“ werfen Mainzer Fluglärmgegner dem Umweltbundesamt (Uba) vor. Das Zwischenergebnis der Modellrechnung zur Ultrafeinstaub-Belastung am Frankfurter Flughafen habe sie bitter enttäuscht. Es stelle nicht die Realität dar, sagt Joachim Alt von der Initiative gegen Fluglärm Mainz. So sei als Hauptverursacher der Industriepark Höchst genannt worden. Stefan Jacobi vom Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) kann das der FR nicht bestätigen. „Dass der Industriepark besonders hohe Konzentrationen abgibt, ist für uns nicht erkennbar.“

Welchen Einfluss hat ein Großflughafen auf die zeitliche und räumliche Verteilung der Außenluftkonzentrationen von Ultrafeinstaub? Das ist die Fragestellung des Projekts, das bei den Fluglärmgegnern für großen Wirbel gesorgt hatte. Präsentiert worden seien jetzt lediglich Zwischenergebnisse, betont Holger Gerwig von der Uba-Außenstelle in Langen. Der Abschlussbericht werde Ende des Jahres präsentiert. Er räumt ein, dass es in punkto Industriepark einen Widerspruch gebe. Hier müsse bei der Bewertung wohl noch nachgebessert werden. Möglicherweise seien Zusatzmessungen erforderlich. Das Projekt sei eine „große Herausforderung“. Es gehe auch darum, Fehler zu erkennen, um sie in Zukunft vermeiden zu können.

Ultrafeinstaub sind winzigste Partikelchen, die im Verdacht sind, der Gesundheit zu schaden. Die Forschung steht hier noch ganz am Anfang. Es gibt keine Grenzwerte und kaum Messungen. Ein Umstand, den Flughafenausbaugegner seit Jahren beklagen.

„Hochkomplex“ sei die notwendige Technik, heißt es aus der Stabsstelle für Fluglärmschutz Frankfurt. Vor knapp einem Jahr hatte sie angekündigt, ein eigenes Messgerät anzuschaffen. „Das ist noch in der internen Absprache“, sagt Sprecherin Karina Mombauer. Das HLNUG hat mit Unterstützung des Uba im September in Raunheim und Frankfurt-Schwanheim damit begonnen, Ultrafeinstaub im Umfeld des Flughafens Frankfurt zu messen und zugleich zu untersuchen, ob der Airport als Quelle in Frage kommt. „Wir stehen kurz davor, die ersten Ergebnis zu veröffentlichen“, informiert Stefan Jacobi. Bei der Messung der Gesamtpartikel sei schon seit geraumer Zeit eine „deutlich höhere Konzentration“ festzustellen, wenn der Wind aus Richtung Flughafen weht. Das Problem sei die Vielzahl der Autobahnen im Rhein-Main-Gebiet. Auch finde auf dem Airport viel Verkehr am Boden statt. „Es ist so trivial nicht möglich, eine eindeutige Quelle zu benennen.“

Für die Mainzer Ausbaugegner steht fest, dass mit jedem Überflug Ultrafeinstaub am Boden landet. Das haben sie mit eigenem Gerät gemessen. Die hessische Landesregierung ignoriere das Problem, um Flugeinschränkungen zu vermeiden, sagen sie. Der Sprecher des Verkehrsministeriums in Wiesbaden, Marco Kreuter, verweist auf das Luftverkehrsgesetz. Das verpflichte den Flughafenbetreiber lediglich zum Messen des Lärms, nicht aber des Ultrafeinstaubs.

Berlin müsse mögliche Gesundheitsgefahren untersuchen, fordert er: „Bei einem solch sensiblen Thema darf sich die Bundesregierung nicht länger aus der Verantwortung ziehen.“

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