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Flughafen Frankfurt Vier Starts gleich um 5 Uhr früh

Ferienflieger reißen die Menschen unter der Einflugschneise schon früh aus dem Schlaf. Die Billigflieger könnten das Problem vergrößern.

Lufthansa
Eine Maschine der Lufthansa (Symbolfoto). Foto: dpa

Osterurlauber müssen manchmal früh aufstehen: Auf dem Fraport-Flugplan waren für diesen Sonntag alleine sechs Starts bis 6 Uhr angekündigt. Vier davon für 4.45 Uhr, das heißt sie gehen punkt 5 Uhr in die Luft. Die Liste der Landungen ist sogar mehr als doppelt so lang: 15 Maschinen kommen in der ersten Betriebsstunde des Airports an. Zu einer Zeit also, in der Otto Normalbürger noch in den Federn liegt.

Von 23 bis 5 Uhr muss Ruhe am Himmel über Rhein-Main herrschen. So steht es in dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom April 2012. In den Stunden davor seien im Schnitt bis zu 133 planmäßige Flüge gestattet. Sollte das Land sich für eine Erhöhung des Kontingents entschließen, dürften diese Nachtrandstunden „nicht als bloße Verlängerung des Tagflugbetriebes angesehen werden“. Die Richter urteilten des Weiteren, dass Flughafenbetreiber Fraport in den Randstunden „ein Konzept eines zum Kern der Nacht hin abschwellenden und danach wieder ansteigenden Flugverkehrs“ zu verfolgen habe.

Frühe Ruhe ist wichtig

Eine umstrittene Formulierung, wie der Ausgang diverser Klagen von Ausbaugegnern vor dem Verwaltungsgerichtshof in Kassel zeigt. Sie lesen das Urteil so, dass nicht gleich um 5 Uhr Hochbetrieb herrschen darf. Die Kasseler Richter sagen, dass mit der Beschränkung auf die 133 Flüge das geforderte Lärmschutzkonzept realisiert ist. Diese Zahl ist bekanntlich längst nicht erreicht. Deshalb müsse auch niemand tätig werden, lautet die Auskunft aus dem hessischen Wirtschaftsministerium.

Fakt ist, dass Anwohner die erste Betriebsstunde als besonders störend empfinden: „In den Ferienzeiten ist es extrem, sagt Ursula Fechter von der Bürgerinitiative Sachsenhausen (BI), Leiterin der Frankfurter Stabstelle Fluglärm. Sie werde schon automatisch um kurz vor 5 Uhr wach. Die überwiegend vom Land finanzierte Norah-Lärmwirkungsstudie schreibt der Ruhe in der frühen Morgenstunde eine „hohe Relevanz“ zu. Zum Ende der Nacht sei der Schlafdruck geringer, „es kann daher leichter zu Aufwachreaktionen kommen“. Ausreichender und ungestörter Schlaf gelte als wichtige Voraussetzung, um gesund und leistungsfähig zu bleiben.

Es geht gleich voll los

BI-Mitglied Hanspeter Günster hat für die ersten drei Monate des Jahres die Daten des Deutschen Fluglärmdienstes zwischen 5 und 6 Uhr ausgewertet. Demnach kann von Anschwellen keine Rede sein. In den ersten zehn Minuten nach Betriebsbeginn ist am meisten los. Im aktuellen Sommerflugplan gibt es laut Fraport-Sprecher Christian Engel nach derzeitigem Stand „keine signifikanten Änderungen“. Und vom neuen Kunden Ryanair sei nicht bekannt, ob er Interesse an den Randstunden habe.

Derzeit steigen Billigflieger-Passagiere zu normalen Tageszeiten in Frankfurt ein und aus. Doch daran, befürchtet Fechter, könnte sich mit der angekündigten Angebotsausweitung schon bald etwas ändern. „Solche Ferienflieger starten bevorzugt in der frühen Nachtrandstunde von 5 Uhr bis 6 Uhr, um zwischen 22 und 23 Uhr zurückzukehren.“ Sollte dies eintreten, warnt Fechter, wären sämtliche Bemühungen, den Lärm zu reduzieren, hinfällig.

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