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Flughafen Frankfurt Uefa will Nachtflüge zur EM

Das Nachtflugverbot mindert die Chancen Frankfurts bei der Bewerbung um die Fußball-Europameisterschaft 2024. Sportdezernent Markus Frank (CDU) bemüht sich erfolglos beim Ministerium um einen Freibrief.

Landebahn Nordwest
Seit Eröffnung der Landebahn Nordwest gab es noch nie so viele verspätete Landungen nach 23 Uhr wie im ersten Halbjahr 2018. Foto: Imago

Das Nachtflugverbot mindert die Chancen Frankfurts bei der Bewerbung um die Austragung der Fußball-Europameisterschaft im Jahr 2024. Nach Informationen der Frankfurter Rundschau hat Sportdezernent Markus Frank (CDU) auf Bitte des Fußballverbands Uefa bei der Landesregierung ausgelotet, ob die Beschränkung während des Turniers ausgesetzt werden könnte. Die von den Funktionären erwünschte Antwort blieb aus: „Wir werden im Rahmen der Bestimmungen versuchen, die Stadt Frankfurt zu unterstützen“, sagte der Sprecher des Verkehrsministeriums, Wolfgang Harms, der FR am Dienstag. „Vorab-Zustimmungen“ gehörten nicht dazu.

Und auch nicht, dass die Fans Tag und Nacht nach Frankfurt jetten können. Was die Bestimmungen zulassen, seien Nachtflüge bei „öffentlichem Interesse“. Ein solches liegt Harms zufolge etwa vor, wenn die Queen beim Finale in Frankfurt das Elfmeterschießen nicht verpassen will. Oder die Kanzlerin nach dem Endspiel Donald Trump in Washington besuchen muss.

Während der Dezernent sich um eine Aufweichung des Nachtflugverbots bemüht, verfolgt die dem Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) zugeordnete Stabsstelle für Fluglärmschutz ein konträres Ziel. Die Fluglärmschutzbeauftragte Ursula Fechter hat sich am Dienstag in die Gruppe jener eingereiht, die wegen der vielen Flüge nach 23 Uhr eine Anpassung im Planfeststellungsbeschluss und höhere Entgelte fordern. „Der Durchschnittswert für ein Eingreifen des Ministeriums von 7,5 Landungen sollte deutlich verringert und auch nicht mehr auf das Jahr, sondern auf die verkehrsreichsten sechs Monate gemittelt werden“, sagte sie. Die Flughafenentgelte bei verspäteten Landungen in den Nachtrandstunden müssten „erheblich“ angehoben werden. Auch sei das gegenwärtige Ordnungsgeld von maximal 50.000 Euro viel zu niedrig.

Seit Eröffnung der Landebahn Nordwest gab es noch nie so viele verspätete Landungen nach 23 Uhr wie im ersten Halbjahr 2018. Mit 593 sind es mehr als im gesamten Jahr 2016. Hinzu kommen 293 verspätete Starts wegen Gewitter oder anderer Gründe, die außerhalb des Einflussbereichs der betreffenden Airline lagen. Die Möglichkeit, bei geöffnetem Fenster ruhig schlafen zu können, ist auf fünf Stunden geschrumpft.

Und das mitten im Sommer. Der Juni war für die Bevölkerung seit Jahren der lauteste: 205 Maschinen landeten nach 23 Uhr, 135 starteten. Durchschnittlich elf Flugzeuge waren demnach pro Tag zwischen 23 Uhr und Mitternacht unterwegs – zu jener Zeit also, wo laut Planfeststellungsbeschluss schon Nachtflugverbot herrscht. Doch er sieht Ausnahmen vor: verspätete Starts mit Einzelgenehmigung bei Nichtverschulden der Fluggesellschaften und Landungen, sofern sie sich nicht aus dem Flugplan ergeben und aufs Jahr gesehen die Zahl von im Schnitt 7,5 pro Tag nicht überschreiten.

Diese Schwelle ist längst nicht erreicht. Es ist damit zu rechnen, dass der Trend sich jetzt in der Hauptsaison fortsetzen wird. Hinzu kommen vereinzelte Kalibrierungs- oder Hilfsflüge, die wegen öffentlichen Interesses keiner Genehmigung bedürfen.

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