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Flughafen Frankfurt Scharfe Kritik an Ryanair

Ryanair-Flüge landen oft erst nach 23 Uhr am Frankfurter Flughafen. Der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) sieht eine auffällige Häufung und prüft, ob die verspäteten Landungen System haben..

Ryanair
Die Flugplangestaltung der irischen Fluggesellschaft Ryanair gerät unter Beschuss. Foto: Kai Pfaffenbach/rtr

Die irische Fluggesellschaft Ryanair gerät unter Druck, weil ihre Flüge häufig erst nach 23 Uhr in Frankfurt eingetroffen und gelandet sind. Im Landtag sind nicht nur Oppositionspolitiker, sondern auch die mitregierenden Grünen alarmiert.

Der Grünen-Abgeordnete Frank Kaufmann warnte: „Ryanair sollte sich davor hüten, seine rücksichtslose Geschäftsstrategie, die unter anderem auf fragwürdigen Arbeitsbedingungen beruht, auch noch zulasten der Anwohnerinnen und Anwohner des Frankfurter Flughafens weiter zu eskalieren.“ Wer seinen Flugplan so aufstelle, dass die Regeln zum Schutz vor nächtlichem Lärm nicht eingehalten werden könnten, handele unverantwortlich, fügte der Grünen-Politiker hinzu.

Im September hatte es nach einer Auswertung der Stadt Neu-Isenburg eine Häufung von verspäteten Landungen gegeben. 105-mal setzten Maschinen nach 23 Uhr auf, 38 davon Ryanair-Flüge. Die Fluggesellschaft hat viele Verbindungen so getaktet, dass sie kurz vor 23 Uhr ankommen, wenn sie pünktlich sind. Der letzte Glasgow-Flug soll laut Flugplan erst um Punkt 23 Uhr eintreffen, was oft nicht gelingt.

Das Nachtflugverbot erlaubt Landungen von 23 bis 24 Uhr nur dann, wenn sich die Verspätung nicht schon aus der Flugplangestaltung ergibt. Genau dies wird nun offiziell geprüft. Das Verkehrsministerium von Tarek Al-Wazir (Grüne) beobachtet nach Angaben eines Sprechers eine „auffällige Häufung“ von verspäteten Ryanair-Flügen. Man habe einen Bericht von der Gesellschaft angefordert und erhalten, sagte Al-Wazirs Sprecher am Mittwoch. Da die Auskünfte noch nicht ausreichten, seien „vertiefende Informationen“ angefordert worden.

Ryanair begründete  Verspätungen  mit Streiks

Ryanair begründete ihre Verspätungen vom September am Mittwoch mit Streiks bei der französischen und der spanischen Flugverkehrskontrolle. Man arbeite gemeinsam mit dem Flughafen daran, das Nachtflugverbot einzuhalten.

Grünen-Politiker Kaufmann betonte, dass das Nachtflugverbot von 23 bis 5 Uhr zu den Bedingungen gehöre, unter denen der Ausbau des Flughafens überhaupt genehmigt worden sei. „Wer daran rüttelt, stellt den gesamten Planfeststellungsbeschluss in Frage und damit die Grundlage des Betriebs des Flughafens“, warnte der Grüne.

Die hessische Linken-Fraktionschefin Janine Wissler äußerte den Verdacht, „dass Ryanair bestehende Ausnahmeregelungen in Anspruch nimmt, um das bestehende Nachtflugverbot systematisch außer Kraft zu setzen“. Auch der SPD-Abgeordnete Marius Weiß vermutet, dass die Verspätungen von Ryanair-Flügen „geplante Normalität“ seien. Weiß gab Minister Al-Wazir eine Mitschuld.

Dieser habe Ryanair an den Flughafen gelockt und stehe nun da „wie der traurige Zauberlehrling, der die Geister, die er rief, nicht mehr zähmen kann“. Al-Wazir hatte die Entgeltordnung mitsamt den Rabatten genehmigt, mit denen der Flughafenbetreiber Fraport neue Airlines an den Flughafen lockt.

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