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Flughafen Frankfurt Ryanair muss zum Rapport

Das hessische Verkehrsministerium lädt Ryanair vor, weil die Billig-Airline weiterhin auffällig oft nach 23 Uhr auf dem Frankfurter Flughafen landet.

Flughafen Frankfurt
Eine Maschine der Ryanair auf dem Frankfurter Flughafen. Foto: rtr

Auch im Monat November hat Ryanair auffällig oft das Nachtflugverbot nicht eingehalten. Allein in den ersten 24 Tagen des Monats landeten 28 Maschinen des Billigfliegers nach 23 Uhr auf dem Frankfurter Flughafen. Demnach hat sich im Vergleich zu September und Oktober nichts geändert. Auch nichts an der Begründung des Konzerns: „Einige der Flüge litten unter geringfügigen Verspätungen aufgrund von ATC-Streiks/Problemen in ganz Europa“, teilt Konzernsprecher Robin Kiely mit und beteuert einmal mehr: „Ryanair ist sich über das Nachtflugverbot ab 23 Uhr bewusst und arbeitet derzeit gemeinsam mit dem Flughafen daran, dieses einhalten zu können.“

Ein Vierteljahr geht das jetzt so. Angesichts der Permanenz zieht das hessische Verkehrsministerium jetzt härtere Bandagen an. „Der Sachverhalt ist uns selbstverständlich nicht entgangen“, versichert Sprecher Wolfgang Harms auf FR-Anfrage. „Da diese Häufung andauert, haben die Fluglärmschutzbeauftragte und der Leiter der Luftaufsicht Vertreter des Unternehmens für Anfang Dezember zu einem Gespräch vorgeladen.“

38 verspätete Landungen im Oktober

Darüber hinaus bleibe es beim bereits im Oktober praktizierten Vorgehen: Jeder einzelne verspätet gelandete Ryanair-Pilot werde noch auf dem Rollfeld nach den Gründen befragt. Die reichten von Wetter, Luftraumüberlastungen, Abfertigungsproblemen am Startflughafen bis hin zu technischen Problemen oder zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen.

Das Ministerium habe das Unternehmen zudem aufgefordert, dem Ministerium seine internen Flugpläne vorzulegen, so Harms. „Damit wir ermitteln können, ob sich die Verspätung bereits aus der Flugplangestaltung ergibt.“ Erst dann läge ein Verstoß gegen die Nachtflugbestimmungen vor und damit ein Anlass für ein Ordnungswidrigkeitsverfahren. Laut Planfeststellungsbeschluss bedürfen Landungen zwischen 23 und 24 Uhr keiner Einzelfallgenehmigung, sofern sich ihr Grund nicht schon aus der Flugplangestaltung ergibt. Wie Harms einräumt, sind zwar auch Condor und TuiFly nicht immer pünktlich um 23 Uhr am Boden. Doch mit jeweils drei verspäteteten Landungen im November spielten die Airlines in einer ganz anderen Liga als die Iren.

Mitte Oktober waren durch den Naturschutzverein BUND die Auffälligkeiten bei Ryanair bekanntgeworden. Anfang November teilte Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) mit, Ausmaß und Zahl der Verspätungslandungen seien mit Beginn des Winterflugplans am 29. Oktober zurückgegangen. Doch die Ergebnisse der Arbeitsgruppe Flugauswertung in der Bürgerinitiative Sachsenhausen zeigen, dass sich nichts geändert hat.

Im September waren 38 verspätete Landungen auf das Konto von Ryanair gegangen. Im Oktober ebenfalls. Das entsprach rund 30 Prozent aller Flüge der Airline, die seit März in Frankfurt abhebt, und 42 Prozent aller Verspätungen am gesamten Flughafen.

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