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Flughafen Frankfurt Ryanair hält sich nicht an Zusage

Auch nach dem Rapport beim Ministerium hält Ryanair das Nachtflugverbot nicht konsequent ein. Was können die Behörden dagegen tun?

Irritationen um Planklarstellung zum Flughafen
Ryanair verstößt immer noch gegen das Nachtflugverbot. Foto: Stefan Rebscher (Fraport)

Auch im neuen Jahr gelingt es Ryanair nicht, das Nachtflugverbot einzuhalten: Alleine in den ersten vier Tagen landeten acht Flugzeuge der Iren nach 23 Uhr. Gestartet waren sie in Barcelona, London, Catania, Valencia und Madrid. Die späteste Maschine war am 3. Januar ein Flug aus Madrid. Die setzte erst um 23.26 Uhr in Frankfurt auf.

Der Rapport beim hessischen Verkehrsministerium vor genau einem Monat hat nicht gefruchtet. Das zeigen die Zahlen vom Dezember: 35 Verspätungslandungen gingen auf das Konto von Ryanair. Dabei hatte die Airline dem Ministerium zugesagt, die Landungen nach 23 Uhr abzustellen. „Umfassende Änderungen der Flugplangestaltung“ hatte das Unternehmen angekündigt. Die vier auffälligsten Verspätungslandungen würden um mindestens zehn Minuten vorgezogen. Und zwei Ersatzflugzeuge stationiert, um Verspätungen zu vermeiden.

Besserung bleibt bislang aus

Nichts davon schlägt sich in der aktuellen Statistik nieder. Wieder geben sich die Iren bemüht: Bei sämtlichen Verbindungen nach Frankfurt werde bei der Planung das Nachtflugverbot berücksichtigt.

„Die Flüge werden mit zusätzlicher Pufferzeit im Flugplan geplant, um späte Landungen zu vermeiden“, versicherte Kommunikationschef Robin Kiely am Montag. Gleichwohl hätten im Dezember einige „unter geringfügigen Verspätungen“ gelitten.

Wegen Streiks, „Vorfällen in Zusammenhang mit der Flugsicherheit“, schlechten Wetters. Ryanair habe bereits Änderungen im Flugplan vorgenommen, so Kiely.

Sollten Flughafen-Slots zur Verfügung stehen, werde der zeitliche Abstand zum Nachtflugverbot noch vergrößert. „Wir arbeiten weiterhin eng mit den Flughafenbehörden zusammen, um sicherzustellen, dass unsere neue Basis in Frankfurt nach den vorherrschenden branchenführenden Pünktlichkeitsstandards von Ryanair betrieben wird.“

Seit Mitte Oktober verspricht der Billigflieger nun Besserung, die aber nicht eintritt. Mitte Oktober war bekanntgeworden, dass im September 38 seiner Flugzeuge zu spät am Boden waren. In den Folgemonaten sah es kaum besser aus: 38 im Oktober, 31 im November.

Am Jahresende hatte sich die Zahl auf 156 summiert. Das heißt 23 Prozent aller verspäteten Landungen in Frankfurt gingen auf das Konto der Iren, die erst Ende März dort an den Start gingen und einen vergleichsweise geringen Anteil an der Gesamtzahl der Flugbewegungen haben.

Ryanair zur Raison zu bringen sei schwierig, sagte Wolfgang Harms, Sprecher des Verkehrsministeriums, der Frankfurter Rundschau. Grundsätzlich erlaubt der Planfeststellungsbeschluss zum Flughafenausbau Landungen bis 24 Uhr, wenn Verspätungen nicht schon aus der Gestaltung des Flugplans resultieren.

„Da dieser Nachweis praktisch nur im Nachhinein möglich ist, besteht faktisch keine Handhabe, eine solche Landung zu untersagen.“ Die Fluglärmschutzbeauftragte und die Luftaufsicht des Ministeriums überprüften regelmäßig, ob sich bei den Verspätungen systematische Auffälligkeiten zeigten. Auf die Häufung bei Ryanair hätten sie mit besonders intensiven Kontrollen reagiert. „Diese dauern an.“

Bei sich häufig wiederholenden Verspätungen, so Harms, könne das Regierungspräsidium ein Ordnungswidrigkeitsverfahren einleiten und ein Bußgeld in Höhe von bis zu 50 000 Euro verhängen.

Erforderlich sei dafür allerdings in jedem Einzelfall ein gerichtsfester Nachweis, dass sich die Verspätung aus der Flugplangestaltung ergibt. Ein schwieriges Unterfangen, so der Sprecher: „Die von uns befragten Piloten nennen jeweils andere Gründe, die eben nichts mit der Flugplangestaltung zu tun haben.“ Um dem nachzugehen, habe das Ministerium sich von Ryanair die Flugpläne geben lassen. „Deren Auswertung dauert noch an.“

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