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Flughafen Frankfurt Ryanair ändert Flugplan

Im Zuge der Debatte über verspätete Nachtflüge am Frankfurter Flughafen verlegt Ryanair zwei späte Landungen nach vorne. Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) wertet das als Erfolg.

Flughafen Frankfurt
Ryanair ist nicht gerade beliebt bei den Landespolitikern - egal welcher Couleur. Foto: Kai Pfaffenbach/Reuters

Die jüngsten Nachrichten aus dem Hause Ryanair stimmen Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) wieder etwas optimistischer. Ab Juni will die Airline zwei Abendlandungen nach vorne verlegen. Die Flüge von London-Stansted und von Catania. Ein Erfolg seines Ministeriums, sagte Al-Wazir am Donnerstag in der von den Linken angestoßenen Landtagsdebatte über das „durchlöcherte Nachtflugverbot“ am Frankfurter Flughafen und darüber, dass die Airline dem Minister „auf der Nase herumtanzt“. Dem sei keinesfalls so, versicherte dieser. „Wir halten den Druck hoch, und er zeigt Wirkung.“ Dass ein Land gegen eine Fluggesellschaft ein Ordnungswidrigkeitsverfahren einleitete sei einmalig.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Grünen-Politiker hofft, dass das Management der Iren das um 23 Uhr beginnende Nachtflugverbot nicht als ein Kann versteht, sondern als ein Muss. Im Februar sah es schon einmal so aus, als ob das Problembewusstsein geweckt wurde und die Serie von Verspätungslandungen abreißen könnte. Doch dann trat Ende März der Sommerflugplan in Kraft, und es wurde schlimmer denn je: 40 Maschinen kamen laut Deutschem Fluglärmdienst im April nach 23 Uhr zu Boden. Die Statistik des Verkehrsministeriums verzeichnet 38. Es hätten noch viel mehr sein können, berichtete Al-Wazir. Einem „guten Dutzend“ Ryanair-Maschinen sei seit Anfang April die Landung in Frankfurt versagt worden, weil dies nach 24 Uhr geschehen sollte.

Die Landesregierung müsse sich an Recht und Gesetz halten, sagte der Minister in Richtung Janine Wissler von der Linksfraktion, die ihm Untätigkeit vorwirft. Das Regierungspräsidium in Darmstadt als zuständige Aufsichtsbehörde sei dabei, die beiden auffällig oft verspäteten Verbindungen zu prüfen. Unabhängig davon sei er offen dafür, die ohnehin schon höheren Lärmentgelte am späten Abend zu verteuern. „Das müsste Fraport dann aber beantragen“, sagte er.

CDU-Fraktionschef Michael Boddenberg stellte klar, dass nicht alleine Ryanair zu spät landet. Auch Condor komme oft nach 23 Uhr zu Boden. „Das ist völlig inakzeptabel“, stellte er fest. Selbst wenn der Planfeststellungsbeschluss das Doppelte gestatte. Die aktuellen durchschnittlich 3,5 Verspätungslandungen seien „zu viel“. 

Marius Weiß (SPD) warf Al-Wazir vor, mit seiner Flughafenpolitik gescheitert zu sein. Die Lärmpausen würden wegen der Sanierung der drei Rollbahnen für das nächste halbe Jahr außer Kraft gesetzt. Die Lärmobergrenzen seien rechtlich nicht verbindlich. „Es war klar, dass Ryanair beim Nachtflugverbot den Rechtsrahmen ausnutzt.“ Ein daraus resultierender verstärkter Druck werde alle Airlines treffen. Auch jene, die in Frankfurt ihre Homebase habe und keine Geschäftspolitik auf dem Rücken der Beschäftigen betreibe: „Lufthansa sagt, dass wegen Ryanair die Regeln verschärft werden.“ 

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