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Flughafen Frankfurt Noch nie so viele verspätete Flüge

185 Maschinen landeten im Mai am Frankfurter Flughafen nach 23 Uhr. Die Fluglinien Ryanair und Condor lagen dabei an der Spitze.

Flughafen Frankfurt
Keine Ruhe in der Nacht: Noch nie landeten so viele Flugzeuge verspätet. Foto: Michael Schick

Für die Menschen unter der Einflugschneise des Flughafens war der Mai der schlechteste Monat seit Inkrafttreten des Nachtflugverbots: Die Verspätungslandungen nach 23 Uhr seien deutlich gestiegen, bilanzierte Hessens Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) in Wiesbaden. „Die Nachtflugbestimmungen am Frankfurter Flughafen sind noch nie in dieser Form auf die Probe gestellt worden.“ 

Den Angaben zufolge setzten 185 Maschinen zwischen 23 und 24 Uhr auf. 27 weitere wurden an andere Flughäfen – vor allem nach Hahn – umgeleitet, weil sie erst nach 24 Uhr eingetroffen wären. Das offizielle Nachtflugverbot am Flughafen beginnt um 23 Uhr. Nach 24 Uhr sind lediglich Notfall-Landungen zulässig. 

„Eine derartige Häufung ist nicht akzeptabel“, sagte Al-Wazir. Und stellte gleichzeitig klar, dass die Situation im Mai außergewöhnlich war. „Der heißeste Mai seit 130 Jahren hat zahlreiche Wärmegewitter verursacht, wie sie sonst nur im Hochsommer üblich sind.“ Mit der besonderen Witterung erkläre sich allerdings nur ein Teil der Verspätungen. 

Die Landesregierung nutze alle ihre rechtlichen Möglichkeiten, damit die Flugbewegungen nach 23 Uhr nicht zum Dauerzustand würden, versicherte der Minister. Dazu zähle auch die kritische Beobachtung von Ryanair, die in den vergangenen Monaten besonders häufig nach 23 Uhr zu Boden ging. „Weiterhin wurden alle verspäteten Ryanair-Flüge aus Barcelona und London-Stansted zwecks Einleitung von Ordnungswidrigkeitsverfahren ans Regierungspräsidium Darmstadt gemeldet“, so Al-Wazir. 

Doch nicht alleine Ryanair fiel im Mai durch auffällig häufige Verspätungen auf. Andere Fluglinien eifern der irischen Airline nach. Insgesamt gingen 58 Fällen auf das Konto von Ryanair. Von Condor waren es 55 Flugzeuge, die die 23-Uhr-Grenze rissen. Auch bei dieser Fluggesellschaft dringe das Ministerium auf Abhilfe, versicherte Al-Wazir. Bei Ryanair gebe es die größten Ausrutscher bei den Verbindungen aus Stansted, Barcelona, Palma de Mallorca und Catania. 

Möglicherweise werden die bereits angekündigten Änderungen etwas helfen. „Auf unseren Druck hin wird der Flug aus Stansted ab heute, der aus Catania ab kommender Woche vorverlegt“, sagte Al-Wazir. 

Nach den Erfahrung aus der Vergangenheit behalte er die Airline weiter im Visier. „Bei Ryanair gilt für mich, dass nur noch Taten zählen.“ Bestehe der Verdacht, dass eine Verspätung von der Fluglinie selbst verschuldet wurde, werde das Ministerium weiterhin konsequent Ordnungswidrigkeitsverfahren anstrengen. 

Das droht auch Condor. Mit der Fluggesellschaft gebe es derzeit „ernsthafte Gespräche über die Pünktlichkeit“, speziell über einen sehr oft verspäteten Flug aus Palma de Mallorca, sagte der Minister und stellte klar: „Auch hier werden wir – wenn keine kurzfristige Abhilfe geschaffen wird – den Flug zur Prüfung einer Ordnungswidrigkeit an das Regierungspräsidium Darmstadt abgeben.“ 

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