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Flughafen Frankfurt Lärmpausen sollen bleiben

Rund um den Frankfurter Flughafen wird nach Einführung von Lärmpausen deutlich weniger Lärm gemessen. Die Fluglärmkommission spricht von einer eindeutiger Entlastung der Anliegergemeinden.

Die Neu-Isenburger sollen weniger Lärm abbekommen. Foto: Rolf Oeser

Es ist ein Widerspruch: Einerseits wird in einigen Regionen rund um den Frankfurter Flughafen nach Einführung der sogenannten Lärmpausen deutlich weniger Lärm gemessen, andererseits merkt die Bevölkerung so gut wie nichts davon. Das hat eine Studie des „Forums Flughafen und Region“ ergeben, die am Mittwoch vom Vorsitzenden der Fluglärmkommission, dem Raunheimer Bürgermeister Thomas Jühe (SPD), vorgestellt wurde.

Obwohl also die Lärmpausen kaum wahrgenommen werden. hat die Kommission jetzt mehrheitlich dafür gestimmt, dass der Probebetrieb, mit dem am 23. April 2015 begonnen wurde, zum Regelbetrieb wird. Damit hat das Gremium, das beim Probebetrieb noch ein zurückhaltendes, neutrales Votum abgegeben hatte, sich nun zu den Lärmpausen bekannt – ohne allerdings alle Gemeinden, die in der Kommission vertreten sind, mitnehmen zu können. Neu-Isenburg, Hanau, Maintal und Main-Kinzig-Kreis hatten sich gegen eine Fortsetzung der Lärmpausen ausgesprochen. Viele Flughafenausbau-Gegner lehnen die Lärmpausen mit dem Argument ab, dass der Lärm nicht verringert, sondern nur umverteilt werde.

Jühe betonte, dass man für die Zukunft erreichen wolle, dass die Anflüge morgens zwischen fünf und sechs Uhr besser verteilt werden. Derzeit würden zwei Drittel aller Flugzeuge auf der Centerbahn landen – offenbar weil das von den Piloten so gewünscht werde, weil der Weg zum Vorfeld kürzer sei. Angestrebt wird laut Jühe, dass mehr Flugzeuge auf der Nordwestbahn landen – dies würde Neu-Isenburg vom Lärm entlasten. „Wir kämpfen um jedes kleine Dezibelchen“ sagte Jühe. Von den Lärmpausen profitieren würde vor allem der Frankfurter Lerchesberg. Dort würden bis zu zehn Dezibel weniger Lärm gemessen.

Halbe Stunde vor dem Nachtflugverbot

Als Nächstes wolle man prüfen, ob in den Stunden vor und nach dem Nachtflugverbot, das von 23 Uhr bis 5 Uhr morgens gilt, jeweils eine halbe Stunde davor und danach Flüge gestrichen oder verschoben werden können. Das hessische Verkehrsministerium werde prüfen, ob Flüge „systemrelevant“ seien, oder ob es sich etwa um Charterflüge handelt. Er gehe davon aus, dass es noch in diesem Jahr eine Antwort geben werde. Wenn es gelingt, die Zahl der Starts und Landungen in den sogenannten Randzeiten zu reduzieren, würde „die gesamte Region profitieren“.

Der Streit, ob die Südumfliegung rechtens ist, ist nach Angaben von Jühe ausgestanden. Das Bundesverwaltungsgericht habe entschieden, dass diese Route, die um Rüsselsheim herum und westlich an Wiesbaden vorbei in Richtung Norden führt, geflogen werden darf. Einige Gemeinden hatten gegen die Südumfliegung wegen der erhöhten Lärmbelastung geklagt und waren zunächst vom Verwaltungsgerichtshof in Kassel bestätigt worden.

Das Bundesverwaltungsgericht hatte dieses Urteil aufgehoben, allerdings zur Auflage gemacht, dass noch einmal überprüft werden soll, ob es bei der gegenwärtigen Anzahl von 98 Flugbewegungen pro Stunde noch eine Route mit weniger Lärm geben könnte. Berechnungsgrundlage für die Südumfliegung waren die im Planfeststellungsbeschluss vorgesehenen 126 Flugbewegungen gewesen.

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