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Flughafen Frankfurt Große Südkurve

Schwieriger Balanceakt: Eigentlich wollte sich die Fluglärmkommission gar nicht zu den neuen Flugrouten am Frankfurter Flughafen äußern - denn viele ihrer Mitglieder sind gegen den Ausbau. Jetzt aber hat sie sich doch zu einem Votum durchgerungen.

09.03.2011 15:19
Von Frank Schuster
Nach dem Ausbau des Frankfurter Flughafens sollen Maschinen auf dem Weg nach Norden den Airport in einer weiten Südkurve umfliegen. Foto: dpa

Die Fluglärmkommission Frankfurt hat sich mehrheitlich für eine Variante der sogenannten Südumfliegung ausgesprochen. Diese soll nach Ausbau des Rhein-Main-Flughafens die jetzt schon stark mir Fluglärm belasteten Kommunen in den Kreisen Groß-Gerau und Main-Taunus entlasten. Die Maschinen sollen auf ihrem Weg nach Norden den Airport in einer weiten Südkurve umfliegen – dafür nimmt jedoch der Lärm auf rheinland-pfälzischer Seite zu.

Ein Sprecher des rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministeriums sagte der Frankfurter Rundschau, das Land werde gegen die Südumfliegung klagen, sofern die Deutsche Flugsicherung (DFS) und das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF) die von der Fluglärmkommission gewählte Variante bestätigten.

Die sogenannte Variante 7 der Südumfliegung sei nach der für Herbst geplanten Inbetriebnahme der neuen Landebahn Nordwest die am wenigsten belastende Streckenführung, sagte der Vorsitzende der Fluglärmkommission, der Raunheimer Bürgermeister Thomas Jühe (SPD). Der Beschluss werde nun der DFS vorgelegt, die dann die endgültige Variante entwickele und dem Bundesaufsichtsamt zur Genehmigung vorlege.

Jühe zeigte zwar Verständnis für die Kritik der an der Sitzung teilnehmenden Vertreter aus Rheinland-Pfalz. Er wies jedoch darauf hin, dass weiterhin der größte Teil der Lärmbelastung auf hessischer Seite liege. In ihrem Beschluss fordere die Kommission zudem die DFS auf, „den Streckenverlauf so zu gestalten, dass das direkte Überfliegen von Siedlungszentren im Landkreis Mainz-Bingen vermieden werden kann“. Bei Variante 7 seien weniger Menschen einem Lärm von über 60 Dezibel ausgesetzt als bei fast allen anderen zuvor geprüften Varianten, so Kommissions-Sprecherin Regine Barth. Seien etwa bei der ursprünglich im Planfeststellungsbeschluss gewählten Variante rund 23000 Menschen betroffen, seien dies nunmehr 21000.

Der Fluglärmkommission, die beratende Funktion hat, gehören unter anderem der Flughafenbetreiber Fraport, die Lufthansa, die hessische Landesregierung und die Gemeinden rund um den Flughafen an. In ihrem am Mittwoch gefassten Beschluss werden Differenzen mit der Landesregierung und Fraport deutlich. Unter anderem heißt es darin, die Mehrheit der kommunalen Mitglieder lehne einen Ausbau des Airports „aufgrund der damit verbundenen, unvertretbar hohen Fluglärmbelastung“ ab. Sie sei deshalb auch nicht bereit, „Verantwortung für die Gesamtplanung des An- und Abflugstreckensystems im Kontext des Flughafenausbaus zu übernehmen“. Details zu den Differenzen mit der Landesregierung will die Kommission am Freitag bekanntgeben.

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