Lade Inhalte...

Flughafen Frankfurt Fraport will weiter wachsen

Der Bauantrag für das Billigflieger-Gate wird zum Zankapfel zwischen den Koalitionspartner. Er ist noch nicht entschieden, doch es gibt schon Expansionspläne.

Fraport
Modell des Flugsteigs G: Der blaue Teil entsteht in der ersten Bauphase, Lila in der zweiten, Rotbraun in der dritten. Foto: Fraport

Baubeginn Mitte 2018, Eröffnung 2020: Der Zeitplan für den Bau des neuen Billigflieger-Flugsteigs G in Terminal 3 steht. Die Leistung sei bereits EU-weit ausgeschrieben, teilte Flughafenbetreiberin Fraport am Mittwoch mit. Auch habe sie bei der Stadt Frankfurt den Bauantrag gestellt.

Die Fraport scheint sich ihrer Sache sicher zu sein, urteilt Ursula Fechter am Donnerstag. Die Fluglärmschutzbeauftragte der Stadt Frankfurt geht davon aus, dass der Bauantrag vorab mit Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) abgestimmt wurde. Frankfurt habe dem Ministerium den elf Ordner umfassende Bauantrag am Donnerstag vorgelegt, sagt Ministeriumssprecher Marco Kreuter. „Unsere Prüfung beschränkt sich auf die Frage, ob der Antrag mit dem Planfeststellungsbeschluss zum Ausbau des Frankfurter Flughafens aus dem Jahr 2007 vereinbar ist.“

Cunitz steckt verbale Prügel ein

Der Ausbau war genehmigt worden, um die Funktion als wichtigen Umsteigeflughafen zu gewährleisten. Der Planfeststellungsbeschluss sieht außerdem die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr vor. Beide Bedingungen seinen erfüllt, argumentiert Fraport-Sprecher Christian Engel. Das Billigflieger-Gate sei direkt an Terminal 1 und 2 angebunden – per Shuttle-Bus, über den in den ersten drei Jahren die Passagiere transportiert werden. 2023 soll der erste Bauabschnitt von Terminal 3 in Betrieb gehen, samt Bahn und Förderanlage für das Gepäck, das bis dahin ebenfalls per Bus zum Flugsteig G gekarrt wird.

Den Bau des ersten Bauabschnitts von Terminal 3 hatte die Stadt vor drei Jahren genehmigt – ohne Flugsteig G, der ursprünglich erst im zweiten Schritt realisiert werden sollte. Der grüne Planungsdezernent Olaf Cunitz hatte dafür viel verbale Prügel einstecken müssen von den Fluglärmgegnern und der SPD, die damals in der Opposition war. Daran erinnern jetzt ihre Koalitionspartner von den Grünen: Mehrere Sozialdemokraten hätten seinerzeit gefordert, die Genehmigung für Terminal 3 zu versagen.

Statt Cunitz sitzt nun ein SPD-Mann an der Behördenspitze. „Wir sind sehr gespannt, wie Mike Josef als zuständiger Planungsdezernent über den Bauantrag für den Billigflieger-Flugsteig entscheiden wird“, sagt Grünen-Fraktionschef Manuel Stock. Interessant sei auch, wie Fechter die Situation bewertet, die bei der Kommunalwahl auf der SPD-Liste kandidierte. „Nach vielen Show-Veranstaltungen und Versprechungen sowie Beschimpfungen anderer liegt der Bauantrag jetzt auf einem SPD-Schreibtisch“, sagt Stock.

Das stimme so nicht,widerspricht Mark Gellert, der Sprecher des Frankfurter Planungsdezernenten. Josef haben mit dem Fraport-Bauantrag nichts zu tun. „Er wird von der Bauaufsicht bearbeitet, geprüft und nach Recht und Gesetz entschieden.“ Kriterien seien Brandschutz oder Statik – wie bei privaten Bauherrn. „Es gibt keine politischen Vorgaben“, versichert Gellert. Und Fechter gibt sich ungewöhnlich schmallippig: „Die Stabsstelle geht davon aus, dass das Planungsdezernat den Antrag sorgfältig prüfen wird.“

Unterdessen plant Fraport schon die Erweiterung des Billigflieger-Flugsteigs: 2020 soll es mit bis zu fünf Millionen Fluggästen jährlich losgehen. In einer zweiten Bauphase werde die Gesamtkapazität auf bis zu sieben Millionen Passagieren erweitert und der Gate an den ersten Bauabschnitt von Terminal 3 angebunden. In der dritten Phase sollen mehrere Brücken gebaut werden.

Theoretisch könnten alle Airlines dort starten, sagt der Fraport-Sprecher. In der Realität werden es die Billigflieger sein. Die Passagiere müssen über das Vorfeld zum Flugzeug marschieren, es wird keine Lounge geben und auch keine Möglichkeit, das Gepäck vorab einzuchecken.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum