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Flughafen Frankfurt Fraport will Lärm nicht höher bestrafen

Fraport hegt weiterhin keine Überlegungen, für besonders laute Flugzeuge mehr Gebühren zu kassieren.

Frankfurt Flughafen,
Fraport hegt weiterhin keine Überlegungen, für besonders laute Flugzeuge mehr Gebühren zu kassieren. Foto: Michael Schick

Fraport hegt weiterhin keine Überlegungen, für besonders laute Flugzeuge mehr Gebühren zu kassieren. „Wir werden den Sachverhalt prüfen und dann eine Sachentscheidung treffen“, sagte Unternehmenssprecher Christian Engel. Im neuen Koalitionsvertrag der hessischen CDU und Grünen steht, dass „eine deutliche Erhöhung der lärmabhängigen Landeentgelte“ möglicherweise dazu beitragen könnte, dass das Nachtflugverbot häufiger eingehalten wird.

Frank Kaufmann, flughafenpolitischer Sprecher der Grünen, forderte am Mittwoch Fraport auf, bei der nächsten Änderung die lärmabhängigen Entgeltanteile insbesondere für die Nachtstunden deutlich zu erhöhen. Zuvor hatte das Verkehrsministerium seine Statistik zu den verspäteten Flügen veröffentlicht. Wie erwartet, weichen die Zahlen leicht von denen des Deutschen Fluglärmdienstes in der FR vom Mittwoch ab.

Demnach gab es im Dezember mit 22 Landungen und drei Starts weniger Flugbewegungen in der Zeit zwischen 23 Uhr und Mitternacht als im Dezember des Vorjahres. Da waren es 66 Landungen und 45 Starts. „Damit wurde wieder das Niveau erreicht, das vor der starken Zunahme der Verspätungslandungen im Zeitraum September 2017 bis September 2018 üblich war“, so das Ministerium. Der deutliche Rückgang vom November setze sich fort.

Im verkehrsreichen Frühsommer sah es anders aus: „Noch im Juni hatte es 203 verspätete Landungen und 138 Starts nach 23 Uhr gegeben.“ Danach hätten die Airlines sich um bessere Planung bemüht, was auch auf Druck des Verkehrsministeriums geschehen sei. Die Jahresbilanz: 1098 Verspätungslandungen (2017 waren es 775). Spitzenreiter sind Ryanair, Condor, Lufthansa und Tuifly. Die Zahl der Starts blieb nahezu unverändert bei 515.

Für Thomas Scheffler vom Bündnis der Bürgerinitiativen sind die vielen Nachtflüge „trauriges Ergebnis einer verfehlten Flughafenpolitik“. Mit finanziellen Anreizen seien Flüge geholt worden, „um den unsinnigen Flughafenausbau auszulasten“. Linken-Fraktionschefin Janine Wissler sprach von einem „untragbaren Zustand, der abgestellt werden muss, bevor das Nachtflugverbot immer weiter von den Rändern ausgefranst wird“.

Am Mittwoch hat das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt seine Angaben vom Dienstag aktualisiert: 162 Bußgeldverfahren gegen Piloten seien eingeleitet. Weitere drei gegen Fluggesellschaften wegen regelmäßiger verspäteter Landungen einer bestimmten Flugnummer. „Alle Verfahren sind noch nicht abgeschlossen“, sagte ein Sprecher.

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