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Flughafen Frankfurt "Fraport übernimmt sich"

Thomas Scheffler, Sprecher des Bündnisses der Bürgerinitiativen rügt die bekannt gewordenen Sicherheitsmängel am Flughafen. "Man will ein internationaler Großflughafen sein, bekommt aber selbst Elementares nicht in den Griff", kritisiert Scheffler.

Sicherheitskontrolle auf dem Frankfurter Flughafen. Foto: dpa

Herr Scheffler, Sie haben sich nach Bekanntwerden der Sicherheitsmängel am Frankfurter Flughafen sofort an die Presse gewandt, um ganz grundsätzlich Fraport und den Flughafenausbau zu kritisieren. Was hat das denn mit den Sicherheitsproblemen zu tun?
Einiges! Wir sind ganz einfach der Meinung, dass sich die Fraport übernimmt. Das Unternehmen will immer weiter und weiter wachsen und plant, Milliarden in ein neues Terminal zu investieren. Gleichzeitig kommt man aber überhaupt nicht damit nach, auch genügend fachkundiges Personal bereitzustellen, beziehungsweise das eigene Personal richtig auszubilden.

Fraport ist in Ihren Augen also schon mit der aktuellen Geschäftsabwicklung überfordert?
Die Mitarbeiter im Sicherheitsbereich wurden ganz offensichtlich nicht ausreichend geschult, sonst wären wir ja nun nicht mit derart gravierenden Sicherheitsrisiken konfrontiert. Es heißt, den EU-Prüfern sei es bei jedem zweiten Versuch gelungen, Waffen durch die Passagierkontrollen zu schmuggeln. Da muss man doch feststellen: An diesem Flughafen funktioniert schon einer der elementarsten Abläufe – die Sicherheitskontrolle – nicht.

Sie glauben also, dass auch in anderen Bereichen einiges im Argen liegt.
Das ist möglich, die Sicherheitskontrollen sind sicher nur ein Puzzlestück. Man will ein internationaler Großflughafen sein, bekommt aber selbst Elementares nicht in den Griff. Eine Einstufung als „Non-Schengen-Airport“ wäre jedenfalls das Ende der Vision vom „Super Hub“ – vom Weltflughafen. Und es sind ja jede Menge Fehlentwicklungen zu beobachten. Man betrachte allein die Entwicklung hin zu dem absurden Vier-Bahnen-System mit seinen komplizierten Flugrouten und räumlichen Einschränkungen beim Starten und Landen der Flugzeuge.

Was fordern Sie denn angesichts der aufgedeckten Sicherheitsmängel?
Der Flughafen darf nicht ausgebaut werden und muss zu einer vernünftigen Größe zurückgebaut werden – dann wären schon einmal jede Menge Probleme gelöst. Es ist höchste Zeit die Geschäftspolitik zu ändern.

Ist es nicht etwas populistisch, jede sich nur bietende Möglichkeit einschließlich dem Thema Sicherheit dafür zu nutzen, um ihre Forderungen vorzutragen?
Wir nehmen jeden einzelnen Vorfall zum Anlass, um unsere Kritik am Ausbau vorzubringen. Das haben wir zuletzt getan, als bekannt wurde, dass Airbus ernsthaft überlegt, den Bau des prestigeträchtigen A380 einzustellen. Und das machen wir auch jetzt.

Interview: Fabian Scheuermann

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