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Flughafen Frankfurt Fluglärm Lärmgegner setzen Belohnung aus

Die Bürgerinitiativen, die den Ausbau des Frankfurter Flughafens nicht einfach hinnehmen wollen, suchen nun Hinweise auf Unregelmäßigkeiten beim Bau der neuen Landebahn Nordwest. Sie glauben an Gemauschel zwischen Landesregierung und Baunternehmen.

Foto: dpa

Die Bürgerinitiativen, die den Ausbau des Frankfurter Flughafens nicht einfach hinnehmen wollen, suchen nun Hinweise auf Unregelmäßigkeiten beim Bau der neuen Landebahn Nordwest. Sie glauben an Gemauschel zwischen Landesregierung und Baunternehmen.

Kam es im Zusammenhang mit dem Planfeststellungsbeschluss zum Ausbau der Landebahn Nordwest des Frankfurter Flughafens womöglich zu Straftaten? Für Hinweise, die zu einer Verurteilung der Zuständigen führen, haben Ausbaugegner Geld gesammelt und eine Belohnung von 14.500 Euro in Aussicht gestellt. „Es kann Verabredungen gegeben haben, die nicht öffentlich bekanntwerden sollen“, sagt Johannes Faupel von der Bürgerinitiative Sachsenhausen, der die Aktion initiiert hat.

Genährt werde der Verdacht durch die „hohe Dichte“ an Untersuchungsausschüssen im Hessischen Landtag, die Tatsache, dass Ex-Ministerpräsident Roland Koch (CDU) jetzt beim Bauunternehmen Bilfinger & Berger arbeite, das am Ausbau des Flughafens maßgeblich beteiligt war. Das Bannwaldgesetz sei verändert worden und Ex-Wirtschaftsminister Dieter Posch (FDP) habe ein „Planklarstellungsverfahren durchgezogen“, das nach Ansicht Faupels „eine Erfindung ist“.

Berufen hatte sich Posch dabei auf Paragraf 48 des Verwaltungsverfahrensgesetzes. Dies ermögliche die „Rücknahme rechtswidrigen Verhaltens“, sagt Ministeriumssprecher Wolfgang Harm auf FR-Anfrage. Das interpretiert Faupel so, dass bei der Erstellung des Planfeststellungsbeschlusses „nicht alles koscher war“. Andere Ausbaugegner sähen das ähnlich: Innerhalb von zwei Tagen nach dem Aufruf habe er die Zusagen für die ersten 5000 Euro Belohnung bekommen. Am Montag seien es bereits 14.500 Euro gewesen. Und er rechne noch mit mehr Menschen, die bereit sind, Geld aus ihrem Privatvermögen bereitzustellen.

Auch die Debatte über Sinn oder Unsinn der Lärmwirkungsstudie Norah geht weiter. Vor drei Wochen hatten rund hundert Ärzte aus der Region in einem offenen Brief den Abbruch der 7-Millionen-Euro-Studie gefordert. Es gebe bereits genug Erkenntnisse über die gesundheitsschädlichen Folgen von Fluglärm und Schadstoffemissionen. In einem Dringlichkeitsantrag fordert die Grünen-Landtagsfraktion Antworten auf die Fragen, die die Ärzte aufgeworfen haben. Zugleich betonen Fraktionschef Tarek Al-Wazir und der für den Flughafen zuständige Abgeordnete Frank Kaufmann, dass sie deren Kritik nicht teilen. „Wir halten die Norah-Studie nicht für schädlich, sondern für eine zusätzliche Chance im Sinne der Betroffenen.“

Wie Faupel mitteilt, hätten sich „etliche Abbrecher“ der Studie bei ihm gemeldet. Begründet hätten die Probanden dies mit „völlig unwissenschaftlich, suggestiv gestellten Fragen“. Für ihn die Bestätigung, dass Norah „lächerlich unwissenschaftlich“ sei.

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