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Flughafen Frankfurt Flughafen belastet Umgebung mit Ultrafeinstaub

Neue Messungen in der Umgebung des Frankfurter Flughafens zeigen nach Ansicht der beiden grünen Minister Priska Hinz und Tarek Al-Wazir „auffällige“ Ergebnisse.

Fraport
Betrieb auf dem Frankfurter Flughafen. Foto: Boris Roessler (dpa)

Die Umgebung des Frankfurter Flughafens ist besonders stark mit Ultrafeinstaub belastet. Das geht aus Messungen des Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) hervor. „Die ersten Zwischenergebnisse sind auffallend, aber sie sind kein Grund zur Panik“, sagte Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) am Mittwoch in Wiesbaden.

Ultraufeinstaub besteht aus so winzigen Partikeln, dass sie bei der Messung von Feinstaub nicht erfasst werden. Es gibt Hinweise darauf, dass sie der Gesundheit schaden. Toxikologische Studien wiesen „auf eine hohe Lungengängigkeit der ultrafeinen Partikel hin“, teilten Hinz und ihr Parteifreund, Verkehrsminister Tarek Al-Wazir, mit. Bisher bestehen weder Verpflichtungen zur Messung von Ultrafeinstaub noch sind Grenzwerte festgelegt.

Hessen hatte vom HLNUG Messgeräte in der Nähe des Flughafens aufstellen lassen, nämlich im Frankfurter Stadtteil Schwanheim und in Raunheim. Es sei „die umfangreichste Datenerhebung und Auswertung“ zu dieser Frage in der Nähe eines Flughafens in Deutschland, erklärten Hinz und Al-Wazir.

Anstieg ab 5 Uhr

In dem Zwischenbericht der HLNUG-Autoren Diana Rose und Stefan Jacobi heißt es, man habe eine hohe Anzahl sehr kleiner Partikel gemessen, „sobald der Wind aus Richtung Flughafen weht“. In Schwanheim sei die Gesamtkonzentration der Partikel dann „im Mittel sechs Mal so hoch wie bei Wind aus anderen Richtungen, in Raunheim etwa zweimal so hoch“.

Die Forscher beobachteten eine auffällige Erhöhung der Werte zur Zeit des Flugbetriebs von 5 bis 23 Uhr. „Ab 5 Uhr steigt die Konzentration stark an, bis 6 Uhr hat sie sich verdoppelt und bis 12 Uhr liegt sie mehr als vier Mal so hoch wie in der Nacht“, heißt es in dem Bericht.

Für Flugzeugabgase als Ursache spricht zudem die Größe der Mikroteilchen. Das HLNUG misst mit besonders feinen Geräten und zählt die Partikel der unterschiedlichen Größen. Dabei zeigte sich in Raunheim und Schwanheim, dass bei Wind vom Flughafen der Anteil der kleinsten Ultrafeinstaubpartikel – mit zehn bis 30 Nanometern Größe – besonders zunahm. Sie werden dem Flugverkehr zugerechnet, während Autoverkehr etwas größere Partikel (rund 50 Nanometer) erzeugt.

Das Landesamt geht davon aus, dass der „Bodenbetrieb“ am Flughafen den Ultrafeinstaub erzeugt – also vor allem startende und gelandete Flugzeuge. Bürgerinitiativen gegen Fluglärm sind überzeugt, dass auch Überflüge bis zu einer gewissen Höhe Ultrafeinstaub am Boden verursachen. Die Mainzer Initiative hatte eigene Messungen vorgenommen und diese Annahme bestätigt gesehen. Das HLNUG hält sich in dieser Frage zurück. Einschätzungen dazu ließen sich „aus den bisherigen Auswertungen nicht ableiten“.

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