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Flughafen Frankfurt Fluggäste müssen auf Feldbetten schlafen

Nach dem Ausfall einer Datenbank am Frankfurter Flughafen sind vor allem Lufthansa-Kunden verärgert. Der Flughafen-Betreiber Fraport weist Kritik der Fluglinie zurück.

Luftfahrt
Ein Flugzeug startet am Frankfurter Flughafen (Symbolfoto). Foto: dpa

Nach dem Datenbankausfall am Mittwoch lief der Flugbetrieb auf dem Flughafen Frankfurt gestern wieder normal. Der Fehler im System „Infoplus“ sei behoben und es liefe stabil, so ein Fraport-Sprecher am Donnerstagvormittag. Der Fehler war gegen 3.30 Uhr am Mittwochmorgen aufgetreten und konnte gegen 13 Uhr behoben werden. Während des Ausfalls war ein Notverfahren zum Tragen gekommen, bei dem viele Abläufe händisch erfolgen mussten.

Die Datenbank gebe es seit mittlerweile 15 Jahren und werde seitdem kontinuierlich weiterentwickelt. Sie sei bisher verlässlich gewesen. Das System sei unter anderem dafür zuständig, dass Fluggastbrückenfahrer oder Gepäckabfertiger automatisch zu ihren Einsatzorten gelotst werden. Das alles musste während der Störung per Funk gesteuert werden. Eine Gefahr für landende oder startende Maschinen habe zu keiner Zeit bestanden, so der Fraport-Sprecher.

Von 1560 Flügen seien am Mittwoch 71 ausgefallen. Allerdings seien nicht alle auf den Datenbankausfall zurückzuführen, da täglich Flüge auch ohne Störung ausfallen. Die IT-Abteilung des Flughafens habe mit der für die Datenbank zuständigen Firma schnellstmöglich nach einer Lösung gesucht.

Die Lufthansa war von dem Fehler am stärksten betroffen. Insgesamt 45 Flüge mussten am Frankfurter Flughafen gestrichen werden. Viele Flugreisende konnten zunächst in Hotels untergebracht werden. Einige Kunden hätten die Nacht aber auch auf bereitgestellten Feldbetten verbracht. Wie die Fluggesellschaft mitteilt, sei „Infoplus“ am Abend nochmals für fast 90 Minuten ausgefallen. Infolgedessen sei es zu weiteren Verspätungen gekommen. Lufthansa erwirkte außerdem Ausnahmen vom Nachtflugverbot, um noch möglichst viele Reisende an ihr Ziel zu bringen.

„Dass das System über so einen langen Zeitraum ausfällt, ist eher die Ausnahme“, sagte ein Sprecher bei Lufthansa. Er hält es durchaus für möglich, dass Flugkunden im Anschluss nun Regressansprüche geltend machen können. Der Imageschaden liege vor allem aber bei der Lufthansa, unabhängig ob der Systemfehler an einer anderen Stelle entstanden sei.

Zu den Vorwürfen der Lufthansa, dass der Flughafen offensichtliche Infrastrukturprobleme habe, wollte sich der Fraport-Sprecher nicht äußern. „Es ist irritierend, wenn wiederholt verbale Störfeuer erfolgen. Fraport und Lufthansa haben das Drehkreuz hier positiv entwickelt. Und wir wollen es in Zukunft auch gemeinsam weiterentwickeln.“

Dass ein solcher Fehler wieder auftrete, können man nie ausschließen, so der Fraport-Sprecher. Zu einer größeren Störung war es zuvor Anfang April dieses Jahres gekommen. Damals war ein System der europäischen Flugsicherung ausgefallen und hatte für Verspätungen und Ausfälle in ganz Europa gesorgt. Auch der Frankfurter Flughafen war von dem Ausfall betroffen.

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