Lade Inhalte...

Flughafen Frankfurt „Ein Dokument des Versagens“

Flughafenausbau-Gegner kritisieren den jüngsten Schallschutz-Bericht der Fraport AG. Obwohl 2016 weniger geflogen wurde als im Vorjahr, sei es nicht leiser geworden.

Fraport-Hauptversammlung, Jahrhunderthalle, Frankfurt, Bild x von 13
Die Flughafenausbau-Gegner halten die Maßnahmen zur Lärmreduzierung für wirkungslos. Foto: Michael Schick

Der jetzt vorgelegte Schallschutz-Bericht der Fraport AG für den Sommerflugplan 2016 ist vom Bündnis der Bürgerinitiativen gegen den Flughafenausbau heftig kritisiert worden. Ein Sprecher der Initiative, Thomas Scheffler, bezeichnet den 15 Seiten umfassenden Bericht als ein „Dokument des Versagens“. Bemerkenswert sei dabei eigentlich nur, dass es Fraport immer schlechter gelinge, „zu vertuschen, wie wirkungslos die angeblichen Maßnahmen zur Lärmreduzierung sind“.

Der Flughafenbetreiber räumt in seinem Bericht ein, dass es mit durchschnittlich 1350 startenden und landenden Maschinen täglich im Vergleich zum Sommerflugplan 2015 einen Rückgang bei den Flugbewegungen um 2,5 Prozent gegeben habe. Dennoch hat der Lärm auch nach Angaben der Fraport nicht abgenommen. So konstatiert der Flughafenbetreiber „wenig Veränderung bei der Fluggeräuschsituation“. Bedingt durch die relativ häufigen Gewitter hat der Lärm phasenweise sogar zugenommen. Wetterbedingt wurden in der Zeit vom 27. März bis 29. Oktober durch das hessische Wirtschafts- und Verkehrsministerium 336 Ausnahmegenehmigungen vom Nachtflugverbot erteilt.

Über die sogenannten Lärmschutzzonen heißt es im Bericht, die Fluglärmbelastung sei im Berichtszeitraum „geringer als prognostiziert“. Dazu muss man wissen, dass die Zonen nach Berechnungen definiert wurden, die sich an 700 000 Flugbewegungen im Jahr orientieren – so viele Maschinen sollen nach dem Ausbau der Infrastruktur auf dem Flughafen jährlich starten und landen können. Die Zahl der Flugbewegungen im Jahr 2016 lag nach Angaben der Fraport tatsächlich aber erst bei 463 000. Daraus ziehen die Flughafenausbau-Gegner den folgenden Schluss: „Wären die Prognosen wahr geworden, wäre es schon jetzt lauter als vorhergesagt“.

Insgesamt sei der Trend eindeutig: „Die Zahl der Flugbewegungen wird kleiner, der Lärm stagniert oder wächst.“ Der Bericht mache wieder einmal deutlich, was von dem Gerede über leisere Flugzeuge und Flugverfahren zu halten sei, „nämlich gar nichts“. Nachdem Billigflieger wie Ryanair in Frankfurt gelandet sind, befürchten die Bürgerinitiativen, dass die Anwohner rund um den Flughafen „mit Lärm in bisher nicht gekanntem Ausmaß“ überflutet werden.

Auch die „Initiative gegen Fluglärm im Vordertaunus“ hat sich zu Wort gemeldet: Tatsächlich werde es nicht leiser, sondern lauter. So würden in Hattersheim-Eddersheim, Flörsheim-Wicker und Teilen von Offenbach die Lärmwerte für die zugrunde gelegten 700 000 Flugbewegungen schon heute überschritten. Außerdem bemängelt die Initiative, dass der Fluglärm jenseits der Schutzzonen vollkommen ausgeblendet wird.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum