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Flughafen Frankfurt Diskussion über Sicherheitschecks

Vor allem für Familien ergeben sich am Rhein-Main-Flughafen immer wieder Engpässe an Kontrollstellen. Das führt zu Stresssituationen und Wartezeiten.

Polizei räumt Abflughalle
Die Sicherheitspanne am Frankfurter Flughafen hat eine Familie ausgelöst. Foto: Christoph Boeckheler

Das Baby schreit. Es muss aus dem Kinderwagen genommen werden, denn der wird bei der Sicherheitskontrolle gescannt. Derweil macht sich die älteste Tochter schon auf den Weg durch die Sicherheitskontrolle, ohne ihren Eltern Bescheid zu geben. Problematischer ist aber, dass der vier Jahre alte Sohn am Security Check zwei Polizisten erspäht. Mit Maschinenpistolen. Der Junge liebt Polizisten, will deshalb durch die Kontrollstelle rennen, um den Beamten Fragen zu stellen. Die Bediensteten, die rund um den Nacktscanner stehen, müssen das verhindern und verlangen vom Vater, dass er endlich einschreitet. Aber der muss ja den Kinderwagen auseinanderbauen, weil er sonst nicht ins Gerät passt, mit dem das Gefährt durchleuchtet wird.

Es sind solche und ähnliche Stresssituationen, die Familien immer wieder erleben. Grundsätzlich an so ziemlich allen Flughäfen, doch in Frankfurt kommt dazu, dass die Passagiere oft schon lange gewartet haben, bis sie bis zur Kontrollstelle vorgedrungen sind. Was auch für die Reisenden gilt, die hinter der Familie stehen und entsprechend genervt reagieren.

Ist es also kein Zufall, dass es eine Familie war, die die Sicherheitspanne am Frankfurter Flughafen herbeigeführt hat? Das wäre Spekulation. Offenbar hat eine Mitarbeiterin am Sicherheitscheck mindestens ein Mitglied der Gruppe passieren lassen, obwohl weitere Kontrollen erforderlich gewesen wären. Das klingt nach dem Fehler einer einzelnen Mitarbeiterin.

Fakt ist aber auch, dass über die Sicherheitskontrollen an Frankfurts größtem Flughafen seit Jahren diskutiert wird. Nicht zuletzt Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte darauf hingewiesen, dass die Fluggäste zu lange an den Kontrollstellen warten müssten. Vor allem in den Osterferien hatten sich lange Schlangen gebildet. Für die Sommerferien waren ähnliche Szenarien erwartet worden. Doch da die meisten Passagiere die Ratschläge der Bundespolizei beherzigt hatten und überpünktlich zum Flughafen gekommen waren, blieb das Chaos aus.

Neue Halle für Kontrollen

Der Flughafenbetreiber Fraport sieht die Probleme. Vor den Sommerferien wurde die Zahl der Kontrollstellen auf 175 erhöht. 2019 soll in Leichtbauweise am Terminal 1 eine kleine Halle für weitere Security-Checks gebaut werden. Doch für Fraport liegen die Schwierigkeiten tiefer. Denn auch wenn an vielen Kontrollstellen Mitarbeiter des Konzerns oder seiner Töchterunternehmen stehen: Verantwortlich für die Sicherheit ist nicht die Fraport, sondern die Bundespolizei.

Das möchte das Unternehmen gerne ändern. Mittelfristig will Fraport bei den Personen- und Handgepäckkontrollen von der Bundespolizei die Koordinationsaufgabe übernehmen. „Wir möchten die Prozesse ändern, um die Abläufe flexibler zu gestalten und zu beschleunigen. Wir möchten in den Verträgen mit Dienstleistern Leistungsanreize setzen. Und wir möchten modernste Technik schneller beschaffen können“, sagte Fraport-Chef Stefan Schulte. In erster Linie dürfte es darum gehen, schneller an Personal zu kommen, um auf Engpässe zu reagieren.

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