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Flughafen Frankfurt Der Fluglärm bleibt nachhaltig

In seinem Nachhaltigkeitsbericht lobt sich der Flughafenbetreiber Fraport selbst. Dabei zeigen die Zahlen, dass die Zukunft für die Anwohner alles andere als rosig aussieht.

Der Flugverkehr soll stark wachsen. Foto: dpa

Wer den neuen Nachhaltigkeitsbericht des Flughafenbetreibers Fraport liest, der könnte glatt meinen, er sei im Greenpeace-Magazin gelandet.

„Nachhaltigkeit ist bei Fraport eines der wesentlichen Unternehmensziele“, heißt es dort, dazu einleitend ein paar wohlformulierte Selbstverständlichkeiten („Bewährtes führen wir fort, aber überall dort, wo sich für die weitere Entwicklung Verbesserungen erzielen lassen, setzen wir auf Innovation und Veränderung“).

Konkret rühmt sich Fraport auf 33 Seiten mit Passagieren, die ein bisschen zufriedener mit den Sicherheitskontrollen sind, mit einem sinkenden Energieverbrauch und mit einem Programm, mit dessen Hilfe der Flughafen für Vögel umweltverträglich werden soll.

Im nächsten Jahr soll dann alles noch ein bisschen besser werden, der Energieverbrauch geringer, die Vögel glücklicher, die Kunden zufriedener mithilfe eines Serviceprogramms mit einem richtungsweisenden Namen: "Great to have you here!".

Was tut Fraport gegen Fluglärm?

Viele Projekte klingen gut durchdacht, aber bei genauerem Hinsehen ist der Bericht ernüchternd. Der Energieverbrauch zum Beispiel, die wichtigste Zahl ist zwar gesunken, damit aber nur etwa wieder auf dem Level von 2007, dem Jahr der letzten Wirtschaftskrise.

Auch beim Thema Fluglärm hält der Bericht  nicht, was er verspricht. Gleich in der Einleitung steht zwar, man nehme die Sorgen von Anwohnern Ernst und verstehe deren Unmut, es wird aber auch schnell klar, dass es wohl vor allem bei dem Bedauern bleibt.

Jedenfalls ändert der Flughafen nichts Substanzielles, mal abgesehen von einer minimalen Veränderung des Landewinkels und dem Angebot an die Anwohner, ihre inzwischen ziemlich wertlosen Häuser aufzukaufen („Casa-Programm“).

Zwischen all den schön klingenden Zeilen stehen brutale Fakten. Prognostizierte Zuwachsraten des weltweiten Flugverkehrs bis 2029 pro Jahr: 4,1 Prozent bei den Passagieren, 4,8 Prozent bei der Fracht. Wenn die Prognose stimmt, wächst der Personen-Flugverkehr bis 2029 also um etwa drei Viertel. „Die Chancen für Fraport liegen im zunehmenden Luftverkehr, insbesondere im Langstreckenbereich“, heißt es.

So ist das halt im Kapitalismus, erst das Wachstum, dann die schönen Berichte. Und eines bleibt ganz sicher nachhaltig: Der Fluglärm.

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