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Flughafen Frankfurt Der Flughafen wächst hoch, weit und tief

Wie das Terminal 3 am Frankfurter Flughafen dereinst aussehen wird, lässt sich noch nicht einmal erahnen.

Flughafen Frankfurt
Die Bauarbeiten grenzen an das Vorfeld des Flughafens, wo die Flugzeuge geparkt werden. Foto: christoph boeckheler

Baustellen haben ihren eigenen Charme, besonders im Schneegestöber. Die Kälte macht den großen Baggern nichts aus, die ihre Schaufeln ins Erdreich graben. 400 000 Kubikmeter haben sie schon bewegt und das fünfeinhalb Fußballfelder große Areal, auf dem das eigentliche Terminal 3 entstehen soll, freigelegt, wie die Teilnehmer bei einer geführten Tour des Flughafenbetreibers Fraport am Dienstag unschwer erkennen können. „Wann man was fertigstellt, damit am Schluss alles zusammenpasst“ – so beschreibt Fraport-Pressesprecher Christian Engel die große Herausforderung bis zur Fertigstellung im Jahr 2023.

Bevor die Flugzeuge kommen, geht es in die Tiefe: Mehrere Meter unter dem Grundwasserspiegel liegt die unterste Schicht des Terminals. Folgerichtig sind hier nicht etwa Piloten gefragt, sondern Taucher. 30 bis 35 Kilo wiegt ihre Ausrüstung, zwölf Kilo schwer ist allein der Taucherhelm. Dafür ist die Tauchglocke beheizt. „Die haben es wärmer als wir“, sagt Engel.

Gerade sind die Industrietaucher dabei, eine riesengroße Wanne aus Stahl zu formen, die das Terminal vor dem Grundwasser schützt. Beim sogenannten „Einrütteln der Spundwände“ werden über 7000 Tonnen Stahl verwendet, ist einer Pressemitteilung der Fraport zu entnehmen. Bei ihren Arbeiten müssen die Taucher mit einer Sicht von einem halben bis ganzen Meter auskommen. Oft würden sie „ihren Tastsinn“ einsetzen, heißt es weiter. Der Unterwasserbeton ist sozusagen der Deckel, der in der Tiefe sitzt und eine Stärke von einem Meter hat; 39 000 Kubikmeter Unterwasserbeton braucht man für dieses imposante Bauwerk, das mit 3500 „Mikropfählen“ im Boden verankert wird.

Von alledem sind auf der Rundfahrt nur die Spundwände zu sehen, die aus dem Erdreich ragen. Stattdessen legt auf einem der Grundwasserbecken, die zum Teil noch mit Eis bedeckt sind, ein kleines rotes Boot ab. Ein Taucher gleitet über den kleinen See, ohne dass der Grund für dieses Treiben ersichtlich wäre.

In einer Anlage aus blauen Containern wird das Grundwasser, das aus den Becken abgesaugt wird, gereinigt. Danach verschwindet es in einem Versickerungsbecken. Obwohl auf diesem Grund und Boden einmal der Militärstützpunkt der Amerikaner, die Rhein-Main-Airbase, lag, wurden nach Angaben von Engel keine nennenswerten Altlasten gefunden. Für die Airbase ist mit dem Bau des Terminals 3 das endgültige Ende gekommen: Die letzten Gebäude, die noch genutzt werden, müssen abgerissen werden. In diesen Gebäuden ist ausgerechnet die Fraport Ausbau Süd GmbH, eine hundertprozentige Fraport-Tochter, untergebracht.

Insgesamt sei das Gelände im Frankfurter Flughafen bestens zum Bebauen geeignet, sagt Engel. Die sandigen Böden seien einfacher zu bearbeiten als geröllhaltiges Erdreich. So steht die rechtzeitige Fertigstellung nicht infrage. Allerdings räumt der zuständige Leiter für die Tiefbauarbeiten, Achim Jaup, ein: „Es geht eng zu.“ Deshalb wird genau ausgetüftelt, welche Maschinen zum Einsatz kommen und für welchen Zeitraum sie auf der Baustelle bleiben dürfen.

Das Ambiente an diesem kalten Tag im März dürfte einmalig sein. Eine Rampe ragt als bereits fertiges Bauteil in die Luft. Sogar die Geländer sind schon montiert. Nach einem kurzen Spaziergang stehen die Besucher in zehn Metern Höhe vor dem Abgrund, sehen im Hintergrund den alten Tower der Deutschen Flugsicherung, sehen Flugzeuge starten und landen und ganz im Hintergrund den Taunus, der nach dem Schneeschauer wieder zum Vorschein gekommen ist. Dann geht es mit dem Bus den weiten Weg zurück zur Verwaltungszentrale des Flughafenbetreibers, die auch im Norden des Komplexes liegt. Um dorthin zu gelangen, muss der Bus den halben Flughafen umrunden und die Center- und die Südbahn hinter sich lassen.  

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