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Flughafen Frankfurt Darf man in Gateway Gardens parken?

Ein Autofahrer beschwert sich: Er wurde wegen Falschparkens in Gateway Gardens angezeigt. Dabei habe er nicht im Parkverbot gestanden. Liegt „Abzocke“ vor?

Gateway Gardens Parkverbot
Foto: Rolf Oeser

Markus S. ist verärgert. Mit seinem Wagen hat er Anfang Mai im Stadtteil Gateway Gardens geparkt, an der Bessie-Coleman-Straße, außerhalb des absoluten Parkverbots. Dennoch klebte prompt ein rechteckiger, blauer Zettel an seiner Windschutzscheibe, ausgestellt vom Parkraummanagement des Flughafenbetreibers Fraport.

„Sie haben Ihr Kraftfahrzeug verkehrswidrig abgestellt. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir im Interesse aller Flughafenbesucher Anzeige erstatten werden“, steht darauf, und weiter: „Sie werden in Kürze von der Verwaltungsstelle der Stadt Frankfurt eine Mitteilung erhalten.“

An dieser Stelle der Straße, außerhalb des Parkverbots zu parken, sei doch völlig in Ordnung, meint Markus S., der von Abzocke einer „obskuren Firma“ spricht.

Das Parkraummanagement von Fraport ist tatsächlich keine Firma, es ist die zuständige Fachabteilung des Flughafenbetreibers. Im Auftrag der Stadt und der Grundstücksgesellschaft Gateway Gardens sollen die Mitarbeiter den reibungslosen Verkehrsfluss auf den Zufahrtsstraßen zum Flughafen gewährleisten, sagte Fraport-Sprecherin Angelika Heinbuch. Daher kontrolliere die Abteilung auch den ruhenden Verkehr am Flughafen und im Flughafen-Stadtteil Gateway Gardens.

Der kleine, blaue Zettel sei kein Strafzettel, sondern ein Hinweis darauf, dass Falschparken angezeigt werde. Das Falschparken kostet - je nach Grad der Verkehrsbehinderung - 15 Euro oder mehr.

Es ist womöglich nicht jedem bekannt: Im Flughafenstadtteil Gateway Gardens ist das Parken flächendeckend verboten. Darauf weisen die Halteverbotsschilder (Zeichen 290.1) mit Querbalken und dem Zusatz „Zone“ hin. Die Parkverbots-Zone-Schilder stehen an sämtlichen Zufahrten zum Stadtteil.

Unter den Schildern ist ein weiteres mit den Worten „Parken in gekennzeichneten Flächen erlaubt“. Autofahrer dürfen also ausschließlich dort parken, wo Parkzonen ausgewiesen sind.

„Man kann am Straßenrand kurz anhalten, zum Be- und Entladen oder zum Absetzen von Fahrgästen“, sagte Angelika Heinbuch. Das Fahrzeug abstellen und verlassen dürfe man aber nicht.

Das flächendeckende Parkverbot im Stadtteil hat nicht die Fraport eingeführt, sondern die Stadt Frankfurt. Damit soll wildes Parken verhindert werden. Denn von Gateway Gardens aus ist der Flughafen schnell zu Fuß oder mit dem Bus zu erreichen.

Es könnte ja jemand auf die Idee kommen, nicht im Parkhaus am Flughafen zu parken und so Parkgebühren zu sparen (derzeit sind es im Frühbucher-Rabatt 55 Euro für sieben Tage), sondern mit dem Auto zum Stadtteil Gateway Gardens zu fahren, es dort abzustellen, dann den Bus zum Flughafen zu nehmen und in den Flieger zu steigen.

Das scheint allerdings keine Seltenheit zu sein. Vergangenes Jahr hat das Parkraummanagement von Fraport rund 3900 blaue Zettel an Windschutzscheiben geheftet - also mehr als zehn am Tag.

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