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Flughafen Frankfurt Condor sorgt für Negativ-Rekord

Die Airline hat bei den Verspätungslandungen am Frankfurter Flughafen Ryanair überholt. Die Zahl hat im Juni die Schwelle von 200 überschritten. Hessens Verkehrsminister Al-Wazir sagt: „Diese Situation ist unhaltbar“.

Condor
Auf das Konto von Condor gingen 29 Prozent der Landungen nach 23 Uhr im Juni. Foto: Michael Schick

Wieder ein krachender Rekord: 203 verspätete Landungen zwischen 23 und 24 Uhr hat die hessische Luftaufsicht für Juni am Frankfurter Flughafen registriert. „Das waren sogar noch einige mehr als im Mai mit 185 Landungen“, teilte Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) am Montag in Wiesbaden mit. Der größte Anteil entfiel erstmals nicht auf Ryanair, sondern auf Condor. „Diese Situation ist unhaltbar“, sagte Al-Wazir. Nicht nur in Frankfurt kämen die Flugzeuge immer häufiger zu spät zu Boden. Auch andere Flughäfen mit Nachtflugregelungen kämpften mit solchen Problemen – etwa Hamburg und Düsseldorf.

Deshalb habe er drei Briefe geschrieben: Flughafenbetreiberin Fraport müsse ihre Start- und Landeentgelte noch stärker so gestalten, dass Unpünktlichkeit sich nicht lohnt. Die Deutsche Flugsicherung und ihre Partner in der EU bräuchten ausreichend Personal, denn manchmal seien auch fehlende Kapazitäten bei den Fluglotsen schuld. Der dritte Brief ging ans Bundesverkehrsministerium, von dem der Minister mehr Engagement für eine effizientere Ordnung des europäische Luftraums erwartete.

Darüber hinaus prüfe seine Behörde weiterhin genau, was sich nach Beginn des Nachtflugverbots auf dem Rollfeld abspielt und warum: „Ein beträchtlicher Anteil der verspäteten Flugbewegungen entfällt auf bestimmte chronisch verspätete Flüge und wenige Airlines“, informierte Al-Wazir. „Erhärtet sich der Verdacht, dass sich die Verspätung aus der Flugplangestaltung ergibt, geben wir den Fall ans Regierungspräsidium (RP) Darmstadt zur Einleitung eines Ordnungswidrigkeitsverfahrens ab.“ Deren Zahl sei mittlerweile auf 49 angestiegen. Nicht alleine Ryanair-Flüge sind betroffen, sondern bereits vier Juni-Landungen eines chronisch verspäteten Condor-Flugs aus Palma de Mallorca. Diesen Weg werde das Ministerium weiter gehen. Ein von der Linksfraktion immer wieder gefordertes Verbot bestimmter Landungen oder Airlines könne seine Behörde aber nicht aussprechen.

Das Regierungspräsidium als Aufsichtsbehörde muss sich in einem solchen Verfahren an strenge Vorschriften halten. Es beginnt mit der Anhörung der Adressaten und dem Einholen von Stellungnahmen von Beteiligten wie Flugsicherung und ausländischen Behörden. Nach Angaben von RP-Sprecher Christoph Süß wurden gegen Condor jetzt Ermittlungen eingeleitet und die der Behörde bekannten Piloten zur Anhörung angeschrieben. Die Anhörung der Ryanair-Piloten sei abgeschlossen, deren Stellungnahmen würden derzeit ausgewertet. Gleiches gelte für die Antwort von Ryanair auf die Anhörung zur Flugplangestaltung, die am Donnerstag in Darmstadt eingegangen sei.

Wie lange sich solche Verfahren hinziehen können, zeigen die Erfahrungen aus Hamburg gegen die Fluggesellschaft Easyjet. Rund acht Monate dauerte es alleine bis zur Zustellung der Entscheidung. Dagegen hat Easyjet hat jetzt Rechtsmittel eingereicht.

Unterdessen vermeldet Al-Wazir erste Erfolge: TUIfly habe zugesagt, den Flug TUI2187 aus Lanzarote ab Juli um eine Stunde vorzuverlegen. Und Ryanair habe am Sonntag eine weitere verspätungsanfällige Verbindung nach vorne verlegt. „Der Anteil der Ryanair an den Verspätungslandungen ist von 63 Prozent in der ersten Woche des Sommerflugplans im März auf inzwischen 25 Prozent im Juni zurückgegangen.“

Ein Rechenspiel, das verschleiert, dass die absolute Zahl zugenommen hat: Im März gingen von insgesamt 61 Verspätungslandungen 28 auf das Konto von Ryanair, das waren 46 Prozent. Im Juni waren es 51 Verspätungen der insgesamt 203.

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