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Flughafen Frankfurt Beschwerden überrollen Fraport

Die Zahl der Beschwerden wegen Fluglärm hat sich gegenüber dem Vorjahr mit 5600 fast verdoppelt. 75 Prozent dieser Anfragen stammen von nur drei Personen.

Pilotenstreik - Frankfurt
Foto: dpa

Mit 5600 Beschwerden im vergangenen Jahr hat sich die Zahl im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt. Das geht aus dem Bericht „Fluglärmbeschwerden 2016“ hervor, den der Flughafen-Betreiber Fraport jetzt vorgestellt hat. Die Zunahme geht, wie Fraport-Sprecher Dieter Hulick erläuterte, vor allem auf die Aktivitäten sogenannter „Vielbeschwerdeführer“ zurück. Für 75 Prozent der Meldungen seien nur drei Personen verantwortlich.

Offenbar besteht inzwischen die Möglichkeit, automatisierte Beschwerden zu senden. Der Computer wird mit einer Messstation gekoppelt und schickt ab einem bestimmten Schallpegel eine Mail los. Die Ursache für den Lärm werde bei diesem Verfahren nicht dokumentiert. Bei der Lärmquelle könne es sich zum Beispiel auch um ein Motorrad handeln, sagte Hulick. Ernstzunehmende Beschwerden würden unter solchen „Massenphänomenen“ leiden.

Elf Mitarbeiter seien bei der Fraport ausschließlich mit der Bearbeitung von Fluglärmbeschwerden befasst. Sie würden versuchen, jede ernstzunehmende Beschwerde „individuell zu bearbeiten und zu beantworten“. Die Anzahl dieser Beschwerden habe im vergangenen Jahr sogar leicht abgenommen. In der Statistik von Fraport ist von rund 50 000 Beschwerdeführern die Rede. Ein Höchststand von über 650 000 Beschwerdeführern war im November 2011, also kurz nach der Inbetriebnahme der Landebahn Nordwest erreicht worden.

Zu den „Vielbeschwerdeführern“ heißt es in dem Bericht, dass es oft keinen „Bezug zu tatsächlichen Flugereignissen“ gebe. Die statistische Auswertung werde verzerrt, so dass möglicherweise entstandene Problemlagen verschleiert werden könnten.

Bei begründeten Beschwerden werden die reklamierten Flugbewegungen mit den Schallpegelwerten der stationären Messanlage der Fraport AG und gegebenenfalls mit den Flugverlaufsdarstellungen der Deutschen Flugsicherung (DFS) abgeglichen. Dabei geht es um die zentrale Frage, ob der Fluglärm vermeidbar gewesen wäre. Wenn feststeht, dass Regularien, die den Fluglärm mindern sollen, nicht eingehalten wurden, wird der Fluglärmschutzbeauftragte des hessischen Verkehrs- und Wirtschaftsministeriums eingeschaltet. Sollte der eine Regelverletzung bestätigen, wird das Luftfahrtbundesamt den Fall übernehmen.

Dieses Amt kann ein Bußgeld bis zu 10 000 Euro verhängen, das die Airline zu bezahlen hat. Sollte der Pilot von den festgelegten Flugverfahren abgewichen sein, kann er zu einer Nachschulung verdonnert werden. Eingeführt wurde die Beschwerdestelle bei der Fraport im Zusammenhang mit dem für den Flughafenausbau eingesetzten Mediationsverfahren. Inzwischen könne jeder, so Hulick, über die Internetseiten der Fraport den Verlauf eines bestimmten Fluges selber nachvollziehen.

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