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Flughafen Frankfurt Airlines fordern Entlastung

Lärmauflagen am Frankfurter Flughafen verursachten hohe Mehrkosten, beklagen die Fluggesellschaften.

Lärmpausen, Lärmobergrenzen, Nachtflugverbot verursachten „deutliche Mehrkosten“, kritisieren Airlines. Foto: peter-juelich.com (peter-juelich.com)

Über das strikte Nachtflugverbot, meint Fraport-Vorstandschef Stefan Schulte, müsse man noch mal reden. Nicht akut. Aber dass Tausende Passagiere gewitterbedingt über Nacht in Frankfurt hängenbleiben, sei auf Dauer kein Zustand. Den Airlines versprach er, im nächsten Jahr die Start- und Landegebühren nicht zu erhöhen. „Wir werden auch 2019 eine Nullrunde haben“, sagte Schulte bei einer Veranstaltung der Vereinigung hessischer Unternehmerverbände (VhU) am Montag in der Räumen der Lufthansa in Frankfurt. Schon in diesem Jahr hatte Fraport die Sätze nicht hochgesetzt, nachdem die Lufthansa sie kritisiert hatte.

Rabatte für Neukunden wie den Billigflieger Ryanair hatten das Verhältnis zwischen Flughafenbetreiberin und Kranichlinie getrübt. Doch der Rauch scheint verflogen, was die am Montag anwesenden Landespolitiker erfreute. Lufthansa-Vorstandsmitglied Harry Hohmeister klopfte Schulte auf die Schulter: „Es gibt einen konstruktiven Dialog.“ Verfolgten beide doch dasselbe Ziel: Ein Ende der „Wettbewerbsverzerrungen“ an dem wirtschaftlich bedeutungsvollen Flughafen. Wegen der lärmabhängigen Entgelte sei Frankfurt einer der teuersten Airports in Europa.

Lärmpausen, Lärmobergrenzen, Nachtflugverbot verursachten „deutliche Mehrkosten“. 
Als Entlastung schlägt Hohmeister den Verzicht auf Sicherheitsgebühren vor. Bei Fußballspielen müssten die Vereine schließlich auch nicht für die Polizeieinsätze zahlen. Auch die Forderung nach dem Abschaffen der Luftverkehrssteuer richtet sich an den Bund: „Sie zieht Geld aus dem System, was die Fluggesellschaften für das Anschaffen lärmarmer Maschinen nutzen können“, argumentierte Schulte. 

Michael Boddenberg, Vorsitzender der CDU-Landtagfraktion, legt Wert auf den Interessenausgleich zwischen Passagieren, Mitarbeitern, Aktionären und der Bevölkerung in der Region. Ein Aufweichen des höchstrichterlich bestätigten Nachtflugverbots sei indiskutabel. Wohl aber werde es weitere Anreize für den Einsatz lärmarmer Flugzeuge geben. Wichtig sei, die „Akzeptanz“ bei der Bevölkerung, sagte Marius Weiß von der SPD. Er hoffe, dass Fraport und Lufthansa sich gemeinsam neue Geschäftsmodelle erschließen. FDP-Fraktionschef René Rock wetterte gegen den zuständigen hessischen Minister Tarek Al-Wazir (Grüne), der dem Baubeginn von Terminal 3 ferngeblieben war: „Ein Wirtschaftsminister in Hessen muss klar zum Flughafen stehen und darf sich nicht beim Spatenstich hinter Terminen verstecken.“ 

Er gebe jetzt den „bad boy“ sagte Frank Kaufmann von den Grünen: Der Flughafenausbau sei eine Fehlentscheidung gewesen. Der Wachstumskurs für das Rhein-Main-Gebiet schädlich. Auch Qualität könne zu einer besseren Effizienz beitragen. Die Dauerkritik des Gastgebers VhU an den Lärmschutzprogrammen sei wenig hilfreich: „Da ist noch viel Luft nach oben.“ 

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