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Ferienstart Am Flughafen bleibt alles entspannt

Trotz Ferienstart bleibt das Chaos am Frankfurter Flughafen aus. Und das, obwohl sich ein neuer Rekord bei den Passagieren abzeichnet. Am Sonntag sollen laut Prognose 230 000 Menschen abgefertigt werden.

Aufbruchstimung am Frankfurter Flughafen
Voll bepackt geht es raus in die große weite Welt. Foto: Michael Schick

Die Stimmung ist gechillt. Fast schon, als wäre man bereits im Urlaub statt erst auf dem Weg dorthin. Passagiere mit Sombreros auf dem Kopf und Kindern an der Hand rollen ganz entspannt ihre Koffer durchs Terminal 1, Abflughalle B. Es fehlen an diesem Samstagnachmittag eigentlich nur noch ein Bob-Marley-Song und ein Cocktail mit Palmendeko. Denn obwohl am Freitag gleichzeitig in den benachbarten Bundesländern Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland die Sommerferien begonnen haben, ist an diesem Samstagnachmittag nicht besonders viel los am Frankfurter Flughafen. „Geringes Aufkommen“ steht sogar angeschrieben im Terminal 1, Abflug B, kurz vor den Sicherheitskontrollen. Unweit davon verteilt ein junger Mann vom Bistro kostenlos Wasserflaschen und Schoko-Riegel. „Ich mache das im Auftrag der Fraport, damit die Leute, die in die Ferien fliegen, nicht verhungern und verdursten“, sagt er und lacht. Um neun Uhr morgens sei das meiste an diesem Samstag los gewesen.

Eine Sprecherin des Flughafenbetreibers Fraport sagt am Sonntag, dass am Freitag und Samstag laut ersten Prognosen jeweils 226 000 Passagiere abgefertigt worden seien. „Am heutigen Sonntag liegt die Prognose bei 230 000 Passagieren. Das wäre ein neuer Rekord.“ Die Sommer-Reisewelle habe schon Anfang Juni begonnen, seitdem sei auch mehr Personal im Einsatz. Trotz hohem Aufkommen gäbe es kein Chaos. „Zu manchen Zeiten gibt es mal etwas längere Wartezeit, aber nie so schlimm, dass jemand seinen Flug verpasst hat.“

Ein Sprecher der Bundespolizei am Flughafen sagt: „Wir sind selbst ein bisschen überrascht, dass trotz so vieler Passagiere alles sehr geregelt verläuft.“ Er betont: „Es scheint so, dass sich die Leute an die Empfehlung, rechtzeitig an den Flughafen zu kommen, gehalten haben.“

Sven Ewert aus Mainz wartet gerade auf Frau und Tochter. Sie fliegen nach Dalaman, Strandurlaub in der Türkei steht an. „Also wir müssen gleich noch unsere Koffer bei Terminal 2 abgeben, aber bislang ist alles entspannt“, sagt er. Zweieinhalb Stunden vorher sind sie am Samstag angereist, also fast die drei Stunden wie von der Fraport empfohlen. Ewert sagt: „Heute war der Tag, an dem der Flug am günstigsten war, deshalb fliegen wir gleich zu Anfang der Ferien.“

Eine Familie aus Rheinland-Pfalz fliegt mit ihren beiden Teenie-Töchtern in drei Stunden nach Halifax, Kanada. „Nur die S-Bahn vom Frankfurter Hauptbahnhof war ziemlich stressig, weil sie so voll war. Aber hier im Flughafen läuft es“, sagt der Familienvater. Christine Keller aus Eppstein fliegt gleich nach Bali. Beim Koffer-Abgeben sei es etwas voll gewesen. „Aber nur, weil ein Passagier seinen Koffer hat alleine stehen lassen und dann gleich Sicherheitspersonal kam.“ Eine chilenische Schülerinnen-Gruppe ist auf dem Weg nach Hause. „Wir wussten gar nicht, dass hier Ferien sind. Wir kommen gerade aus Berlin.“

Greta (15) und ihre Mutter sind überrascht, dass so wenig los ist am Terminal 2. „Wir hatten noch so viel Zeit, nachdem wir die Koffer eingecheckt hatten, dass wir eben noch zu Victoria’s Secret ins Terminal 1 gefahren sind, um Unterhosen zu shoppen.“ Sie wollten gleich zu Ferienbeginn weg. „Keine Lust mehr auf Deutschland und die Schulzeit will ich auch vergessen“, sagt Greta und lacht. „Das einzige, dass ich etwas bereue ist, dass ich zwei Partys verpasse.“ Ihre Mutter sagt: „Das konnten wir im Januar, als wir gebucht haben, noch nicht wissen.“

Ein Herr aus Freiburg, der im Terminal 2 am Check-in ansteht, erzählt, dass er aus beruflichen Gründen nach Duschanbe, Tadschikistan, fliegt. Er sei fast vier Stunden vorher an den Flughafen gefahren. Aber nicht wegen der Ferien: „Ich bin nur so früh, weil ich Angst hatte, dass die Deutsche Bundesbahn unpünktlich ist und ich meinen Flug verpasse.“

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