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Demonstration in Frankfurt Menschenkette gegen Fluglärm

Mehrere Bürgerinitiativen protestieren lautstark auf dem Willy-Brandt-Platz. Auch SPD-Direktkandidatin Ulli Nissen mischt sich unter die Protestierenden - und erntet Kritik.

Auf dem Willy-Brandt-Platz bilden Flughafengegner die Umrisse eines Flugzeuges nach. Foto: Renate Hoyer

Mehrere Bürgerinitiativen protestieren lautstark auf dem Willy-Brandt-Platz. Auch SPD-Direktkandidatin Ulli Nissen mischt sich unter die Protestierenden - und erntet Kritik.

Mit einer Menschenkette haben hunderte Fluglärmgegner am Sonntag auf dem Willy-Brandt-Platz gegen den Bau des Terminal 3 demonstriert. Sie formten die Umrisse eines Flugzeugs und den Schriftzug: „Stop T3“ und skandierten „Die Bahn muss weg!“

Mit der Demo unter dem Euro-Zeichen vor der Europäischen Zentralbank wolle man zeigen, dass Fluglärm die gesamte Stadt betrifft, erklärte die Sprecherin der Frankfurter Bürgerinitiativen gegen Fluglärm, Ina Hauck. „Sie sehen ja, wie schnell Flugrouten geändert werden können“, sagte sie.

Der Bau eines dritten Terminals würde ihrer Ansicht nach die Zahl der Flugbewegungen auf ein unerträgliches Maß erhöhen. Daher setzt sich das Bündnis für eine Deckelung der Flugbewegung auf jährlich 380.000 ein, sowie eine Stilllegung der Nordwestlandebahn und eine Erweiterung des Nachtflugverbotes von 22 Uhr abends bis 6 Uhr morgens.

Kritik an Wahlkämpfern

Eugenio Muñoz del Rio (SPD) überbrachte Grußworte von Oberbürgermeister Feldmann und versicherte, auch der OB sei der Ansicht, dass die Gesundheit der Menschen Priorität habe, vor den wirtschaftlichen Interessen von Unternehmen.

Unter die Protestierende mischten sich auch die Wahlkämpfer der Oppositionsparteien, wie etwa Ulli Nissen, Direktkandidatin der SPD. Sie sagte zu, bei einer erfolgreichen Kandidatur sich in Berlin für die Senkung des Dauerlärmpegels auf 55 Dezibel einzusetzen. „Ich will auch mit Anträgen zeigen, dass ich mich für die Menschen in Frankfurt einsetze“, sagte sie.

Doch nicht allen Demonstrierenden passte die Anwesenheit der Wahlkämpfer. So fürchtet etwa Julia Brunner eine Vereinnahmung des Protestes durch die Parteien. „Für mich ist das ein Bürgerprotest. SPD und Linke müssen hier nicht unbedingt Wahlkampf machen“, kritisierte sie und kündigte an, die Demonstration wieder zu verlassen.

Nissen rollt die Fahne ein

SPD-Kandidatin Nissen zeigte Verständnis für die Reserviertheit einiger Demo-Teilnehmer gegenüber der Politik und ließ ihre SPD-Fahne wieder einrollen.

Neben älteren Ehepaaren waren auch einige Eltern mit Kindern gekommen, um gegen den Fluglärm auf die Straße zu gehen. „Der Lärm schränkt uns vor allem in der Gartennutzung ein“, klagte Andreas Brehm. Und sein 12-jähriger Sohn fügte hinzu: „Der Lärm stört, wenn ich Hausaufgaben machen will.“

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