Lade Inhalte...

Billigflieger aus Ungarn Nächster Billigflieger landet

Der nächste Billigflieger nimmt Kurs auf den Frankfurter Flughafen. Die ungarische Wizz Air plant, zwei Verbindungen anzubieten.

Wizz Air expandiert derzeit und beförderte zuletzt mehr als 15 Millionen Passagiere. Foto: imago/Rüdiger Wölk

Mit Wizz Air nimmt die nächste Discounterfluggesellschaft Kurs auf den Frankfurter Flughafen. Ab Sommerflugplan seien zum Auftakt zwei Verbindungen geplant. Bei entsprechender Nachfrage werde das Angebot mit Sicherheit ausgedehnt, sagte Stefan Stremel, Pressesprecher des ungarischen Unternehmens, der Frankfurter Rundschau. Am heutigen Dienstag will der auf osteuropäische Ziele spezialisierte Konzern offiziell über sein Engagement informieren.

Damit setzt Fraport ihre Strategie fort, Billigflieger nach Frankfurt zu holen. Mit günstigen Direktverbindungen innerhalb Europas behaupten die sich immer mehr im Markt. Deshalb hat die Flughafenbetreiberin ihr Geschäftsmodell neu ausgerichtet. Sehr zum Ärger der Hauptkundin Lufthansa und der Ausbaugegner: Der Bau der Landebahn Nordwest und von Terminal 3 sei im Planfeststellungsbeschluss mit den steigenden Verkehrszahlen begründet worden, sagt Thomas Scheffler, Sprecher des Bündnisses der Bürgerinitiativen. Doch die darin gestellten Prognosen sind nicht eingetroffen. „Das natürliche Wachstum findet nicht statt, deshalb wird künstliches generiert“, sagt Scheffler. „Das ist Betrug an der Bevölkerung.“

Lukrativ ist ein neues Engagement an Deutschlands größtem Airport allemal. Seit Jahresanfang gilt die neue Entgeltordnung, die die Preise regelt, die Airlines für die Nutzung des Flughafens zahlen müssen. Sie beinhaltet finanzielle Anreize für leisere Maschinen, aber auch für steigende Fluggastzahlen, neue Verbindungen und neue Fluggesellschaften. Die Frankfurter Fluglärmkommission lehnt die Einstiegsrabatte, genannt Incentive-Programm, ab: „Intention ist es, zusätzliche Flugbewegungen nach Frankfurt zu holen und damit zwangsläufig mehr Fluglärm zu erzeugen“, schrieb das Beratungsgremium im Vorfeld in seiner Stellungnahme. Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) hatte den Antrag von Fraport von einem externen Gutachter überprüfen lassen. Ende des vergangenen Jahres genehmigte er dann die umstrittene Entgeltordnung.

Sprunghafter Anstieg erwartet

Das Ministerium rechne nicht mit einem sprunghaften Anstieg des Verkehrs, sagt Sprecher Marco Kreuter. In den vergangenen sechs Jahren sei die Zahl der Flüge auf 462 900 gesunken. „Das ist ein Minus von 24 300.“ Ryanair plane 28 Verbindungen pro Woche, Wizz Air zwei. Gleichzeitig habe Air Berlin angekündigt, sich auf Berlin und Düsseldorf zu konzentrieren. „Etliche Verbindungen ab Frankfurt könnten damit wegfallen.“ Das Ministerium habe keinen Einfluss darauf, wer in Frankfurt starte oder lande.

Gleichwohl hat die Entgeltordnung Fraport-Chef Stefan Schulte in die Hände gespielt. Die Zusammenarbeit mit Ryanair sei „auf ein langfristiges Wachstum der Airline am Flughafen Frankfurt“ eingestellt. Basis für die Zusammenarbeit bildeten „optimal auf die Bedürfnisse von Low-Cost-Carriern zugeschnittene Prozesse“, die schnelle Umdrehzeiten ermöglichen. Fraport soll Ryanair zugesichert haben, dass die Maschinen spätestens 35 Minuten nach der Landung wieder starten können.

Das lockt auch andere an, wie Wizz Air. Das Unternehmen will ab dem 26. März und damit zeitgleich mit Ryanair an den Start gehen. Die Ungarn bezeichnen sich selbst als „größte Low-Cost-Fluggesellschaft in Zentral- und Osteuropa“. Wizz Air fliegt in Deutschland auf Strecken ab Köln, Dortmund, Hahn, Hamburg, Memmingen, Nürnberg, Friedrichshafen, Karlsruhe/Baden-Baden, Berlin und Hannover. Und der Expansionsdrang ist stark, wie ein Unternehmenssprecher vor einigen Monaten ankündigte. Deutschland stehe „im Fokus der Airline“.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum