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Beinahe-Zusammenstoß am Flughafen Frankfurt Flugsicherung räumt Fehler ein

Die Flugsicherung räumt Fehler beim Durchstarten einer A380 im Dezember ein. Die Maschine kam einem anderen Flieger dadurch gefährlich nahe. Nicht der erste ernste Zwischenfall seit Eröffnung der neuen Landebahn bemängelt eine Bürgerinitiative. und spricht von "russischem Roulette über Raunheim".

Vom neuen Tower aus haben die Fluglotsen alles im Blick. Foto: Andreas Arnold

Die Flugsicherung räumt Fehler beim Durchstarten einer A380 im Dezember ein. Die Maschine kam einem anderen Flieger dadurch gefährlich nahe. Nicht der erste ernste Zwischenfall seit Eröffnung der neuen Landebahn bemängelt eine Bürgerinitiative. und spricht von "russischem Roulette über Raunheim".

Nur 1,8 Kilometer betrug der Abstand zwischen einem Airbus 320 der russischen Airline Aeroflot und einer A380 der Lufthansa, die „wegen starker Turbulenzen“ am Dienstag, 13. Dezember 2011, gegen 14.30 Uhr durchstarten musste. Axel Raab, der Pressesprecher der Deutschen Flugsicherung, hat vergangene Woche Fehler der DFS eingeräumt. Es habe sich um „ein Missverständnis“ zwischen den beiden beteiligten Fluglotsen gehandelt, sagte Raab auf einer Pressekonferenz zum bundesweiten Flugaufkommen.

Die A320 war zur Startbahn 25Centre gerollt – das ist die mittlere der drei Parallelpisten auf dem Frankfurter Flughafen –, um in Richtung Westen zu starten. Statt die Startgenehmigung zu erteilen, hätte der zuständige Lotse „noch ein paar Minuten warten müssen“, meinte Raab. Offenbar war die Verständigung mit dem Lotsen, der die A380 betreute, schiefgelaufen: „Ich dreh meinen nach links“, habe der gesagt. „Dreh deinen nach links“, sei beim Lotsen der A320 angekommen. Das Ergebnis war, dass beide Maschinen, die A380, die auf der linken Parallelbahn hätte landen sollen, als auch die russische Maschine nach ihrem Start nach links abdrehten, und somit zu dicht hintereinander flogen.

Üblich sei, dass die Lotsen bestimmte Sprechmuster benutzen, sagte Raab. So hätte zum Beispiel der Flugzeug-Typ genannt werden müssen. Da der A380, das größte Passagier-Flugzeug der Welt, „starke Wirbelschleppen“ verursachen könne, sei ein Abstand zu anderen Flugzeugen von 12,5 Kilometern vorgeschrieben. DFS-Geschäftsführer Dieter Kaden sprach von einem „gravierenden Vorfall“. „So etwas darf nicht passieren.“

Die Bürgerinitiative für Umweltschutz Eddersheim hatte von einem „russischen Roulette über Raunheim“ gesprochen und die schleppende Aufklärung des Vorfalls bemängelt. Seit Inbetriebnahme der neuen Landebahn am 21. Oktober letzten Jahres habe es binnen kürzester Zeit „drei ernste Zwischenfälle“ mit durchstartenden Flugzeugen geben.

Am 21. November 2011 und am 21. Februar 2012 wurde die Nordwestbahn kurzfristig gesperrt, weil die Piloten Vogelschlag gemeldet hatten. Einige nachfolgende Maschinen mussten durchstarten, weil die Bahn nach möglichen Überresten abgesucht wurde. Die beiden betroffenen Maschinen konnten sicher landen.

Fraport und Lufthansa bestreiten, dass es seit Inbetriebnahme der neuen Bahn mehr Vogelschlag als früher gegeben habe.

Bundesweit hat es nach Angaben der DFS drei Fälle der Kategorie A, also eine unmittelbare Kollisionsgefahr gegeben. Alle drei Vorfälle seien in Lufträumen passiert, die nicht von der DFS kontrolliert werden. In allen drei Fällen seien Militärflugzeuge involviert gewesen.

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