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Airail „Der Passagier entscheidet“

Auf unterschiedliches Reaktionen stößt die Studie des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) bei Politik und Flugverkehrswirtschaft.

Die Bahn hat freie Kapazitäten. Foto: dpa

Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) begrüßte die Berechnungen der Umweltschützer: Das Verlagerungspotenzial untermauert seine Forderung nach Ausbau der Schienenwege. „Die Untersuchung zeigt das hohe Entlastungspotenzial des Hochgeschwindigkeitsverkehrs.“ Zumal die großen deutschen Flughäfen – insbesondere Frankfurt – gut per Schiene angebunden seien. Der Minister sieht darin einen Handlungsauftrag an die Deutsche Bahn: „Taktung und Reisezeiten müssen stimmen, um die Reisenden zu überzeugen.“ Zustimmend äußerte sich Al-Wazir auch zu einer Ausweitung des bestehende Airail-Konzepts für Zubringerverbindungen: „Wir führen in dieser Frage kontinuierliche Gespräche mit den wichtigen Akteuren, mit der Lufthansa, der Bahn und insbesondere mit den großen Unternehmen, die viele Geschäftsreisen organisieren.“

So könnten Flüge von und nach Stuttgart eingespart werden, wenn bei den Reisestellen von Daimler-Benz oder anderen Firmen rund um Stuttgart ein Umdenken einsetze. Die BUND-Studie werde jetzt miteinfließen. Al-Wazir forderte einen raschen Ausbau der Bahnverbindungen: „Das Schienennetz im Knoten Frankfurt und seinen Zulaufstrecken ist so überlastet, dass neue und attraktive Angebote kaum möglich sind.“ Hessen habe die Neubaustrecke Frankfurt–Mannheim und die Ausbaustrecke Frankfurt–Fulda für den Bundesverkehrswegeplan angemeldet: „Bei der Bewertung der Projekte muss die Bundesregierung auch das Verlagerungspotenzial berücksichtigen.“

Fraport stellt klar, dass der Flughafen Frankfurt mit seinem Fernbahnhof optimal an das Schienennetz angebunden ist. „Am Ende des Tages entscheidet der Passagier, ob er das Flugzeug oder den Zug nimmt“, sagt Sprecher Christoph Holschier. Der Bau von Terminal 3 sei für Großraumflugzeuge und den internationalen Verkehr notwendig. Der Anteil des innerdeutschen Verkehrs liege in Frankfurt aktuell bei rund zehn Prozent.

 Die Lufthansa betreibe nur unter der Bedingung Strecken, dass es sich lohne, betont Konzernsprecher Klaus Gorny. Die Destinationen Düsseldorf oder Stuttgart seien gefragt. Köln hingegen habe der Konzern aus dem Flugplan gestrichen. „90 Prozent der Passagiere von innerdeutschen Flügen sind Umsteiger“, sagt er. Das heißt, sie kommen allein nach Frankfurt, weil dort ihr Flugzeug ins Ausland startet. Diese Kunden könnten ihr Gepäck beim ersten Flug aufgeben und müssten in Frankfurt nur noch zum Gate gehen. „Das wird von vielen bevorzugt.“ Solange dies so bleibe, werde die Lufthansa ihre Kurzstreckenflüge nicht streichen. Schließlich stehe die Airline im Wettbewerb mit europäischen Konkurrenten. „Wir schauen uns an, was der Kunde will“, sagt Gorny. Und das kann sich mit den Jahren ändern. Fünf Jahre lagen etwa zwischen Eröffnung der Schnellstrecke nach Köln und dem Aus der Flüge dorthin im Oktober 2007. Auch Vorteile von Airail sprechen sich mit der Zeit herum. Immer mehr Kunden nutzten das Angebot, sagt Gorny: „Airail erfreut sich großer Beliebtheit.“

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