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Flughafen Frankfurt Warteschlangen am Flughafen

Reisende sollten in den Ferien früh im Terminal sein. Fraport will die Sicherheitskontrollen übernehmen, damit die Wartezeiten sich verkürzen.

Flughafen Frankfurt
Nach einem Sicherheitsalarm warten gestrandete Passagiere am Flughafen Frankfurt. Foto: Boris Roessler/Archiv

Zum Start der Herbstferien könnte es wieder eng am Frankfurter Flughafen werden. Darauf weist Betreiberin Fraport hin und empfiehlt, früh anzureisen. „Passagiere sollten sich während der Ferien unbedingt mindestens zweieinhalb Stunden vor Abflug am Check-In einfinden“, rät der Konzern. Das gelte für Urlauber wie für Geschäftsreisende.

Speziell am ersten Wochenende, 28. bis 30. September, rechnet Fraport mit einem „deutlich erhöhten Passagieraufkommen“ von rund 230 000 Reisenden pro Tag. Als Flaschenhals gilt die Sicherheitskontrolle, vor der sich mitunter lange Schlangen bilden. Rund um Ostern hatten Reisende deshalb sogar ihre Flugzeuge verpasst. Wie groß aktuell die Wartezeiten sind, mochte Fraport-Sprecher Christian Engel auf FR-Anfrage nicht sagen. Er wolle nicht, „dass Kunden mit falschen Erwartungen herkommen“. Mit den zweieinhalb Stunden seien sie auf der sicheren Seite. Nach dem Check-In empfehle sich, direkt zur Sicherheitskontrolle zu gehen – idealerweise mit möglichst wenig Handgepäck.

Denn auch das ist ein Grund für die Staus: Immer mehr Airlines bieten Sonderkonditionen für Kunden ohne große Koffer. Um Geld zu sparen, transportieren Reisende ihr gesamtes Hab und Gut im Handgepäck. Darin befinden sich dann auch Gegenstände, die die Prüfer genauer unter die Lupe nehmen müssen.

Um die Situation zu entschärfen, will Fraport bis zum Frühjahr eine Leichtbauhalle vor Terminal 1 im Westen errichten, in der an bis zu zehn sogenannten Spuren Handgepäck und Passagiere kontrolliert werden können. Bereits Ende Mai gingen in Terminal 1 zwei zusätzliche Sicherheitsspuren in Betrieb, in Terminal 2 gibt es jetzt auch sechs neue.

Das grundsätzliche Problem ist nach Ansicht von Fraport damit nicht gelöst. „Wir wollen einen größeren Gestaltungsspielraum bei Ausstattung, Prozessen und der Personaleinsatzplanung“, sagt Sprecher Engel. „Denn wir kennen unsere eigene Infrastruktur und damit den Frankfurter Flughafen am besten.“

Mit Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) hat die Flugverkehrswirtschaft jetzt in der Landespolitik einen Unterstützer dafür gefunden. Er hatte jüngst gefordert, Organisation und Durchführung der Kontrollen „möglichst kurzfristig“ von der Bundespolizei auf die Flughafenbetreiberin zu übertragen. Er verspricht sich davon eine bessere Koordination und die Möglichkeit, schneller moderne Sicherheitstechnik anzuschaffen. Die Fachaufsicht soll das Land übernehmen.

„Es geht uns darum, Abläufe flexibler zu gestalten, damit nicht das langsamste Glied in der Kette die Abläufe verlangsamt“, sagt Fraport-Sprecher Engel. Etwa indem es die Möglichkeit gibt, beim Füllen der Wannen andere Reisende zu überholen. „Wir arbeiten hier sehr gut mit Ministerien und Bundespolizei zusammen und sind in sehr konstruktiven Gesprächen.“

Derzeit erledigen die Fraport-Schwester Fra-Sec und die Firma I-Sec im Auftrag der Bundespolizei die Arbeit an den Sicherheitskontrollstellen. „Bei der Ausstattung müssen bestehende Rahmenverträge des Bundes eingehalten werden“, sagt Michael Moser von der Bundespolizeidirektion Flughafen Frankfurt.     Diese verpflichteten seine Behörde, für eine gewisse Laufzeit die Produkte bestimmter Hersteller zu beziehen. Eingesetzt werden dürfe lediglich zugelassene und zertifizierte Sicherheitstechnik. „Jegliche genutzte Sicherheitskontrolltechnik erfüllt somit alle aktuell erforderlichen europäischen und nationalen Sicherheitsstandards.“

Moser widerspricht der Darstellung von Fraport-Sprecher Engel, dass das Personal zu Spitzenzeiten nicht flexibel eingesetzt werde: Grundlage der Anforderungen beim Dienstleiter seien die Fluggastprognose von Fraport. Anhand derer werde das Personal geplant – und nach Bedarf auch Neueinstellungen.

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