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Flughafen Frankfurt Schwieriger Nachweis beim Ultrafeinstaub

Das Umwelt- und Nachbarschaftshaus stellt zwei Projekte zur Erforschung der Belastung rund um den Flughafen durch Ultrafeinstaub vor. Doch die Forschung steht erst am Anfang.

In Neu-Isenburg steht lediglich ein Feinstaubmessgerät. Foto: Rolf Oeser

Es werde noch Jahre dauern, bis es in Bezug auf die Verbreitung von ultrafeinen Staubpartikeln „belastbare Ergebnisse“ gebe. Das erklärte der Geschäftsführer des Umwelt- und Nachbarschaftshauses, Günter Lanz, am Dienstag auf Anfrage. Allein achtzehn Monate seien für ein Forschungsprojekt des Bundesumweltamtes veranschlagt worden, um Modellrechnungen zu entwickeln, wie die Ausbreitung dieser winzig kleinen Partikel berechnet werden könne. Die benötigten Daten werde der Frankfurter Flughafen liefern.

Es gebe feste und flüchtige Partikel, wie etwa Staubkörnchen oder gasförmige Schwefeltröpfchen. Über ihre Eigenschaften – etwa ob und wie sie sich chemisch verändern, sei kaum etwas bekannt, sagte Lanz, um deutlich zu machen, dass die Forschung erst am Anfang stehe.

Ein zweites Projekt beginnt nach Angaben von Lanz im Frühjahr unter Leitung des Hessischen Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie. Das Landesamt misst bereits die Ultrafeinstaub-Konzentration in Raunheim, allerdings ohne bei der Partikelgröße differenzieren zu können.

Demnächst sollen zwei neue Anlagen installiert werden, die auch die Größe messen können. Eine soll wieder in Raunheim stehen, der zweite Standort müsse noch gefunden werden. Die Kosten von jeweils knapp 100 000 Euro werden sich das Landesamt und das Umwelt- und Nachbarschaftshaus teilen. Wenn beide Anlagen stehen, „fangen wir erstmal an zu zählen“ – Ultrafeinstaubpartikel würden nicht gemessen, sondern gezählt, betonte Lanz.

Vor wenigen Tagen hatte die Stabsstelle Fluglärm der Stadt Frankfurt angekündigt, ebenfalls in die Ultrafeinstaub-Messung einsteigen zu wollen. Grundlage dieses Projekts sind vor allem die Einschätzungen des Partikel-Experten Wolfgang Schwämmlein, der auch in der Arbeitsgruppe Ultrafeinstaub des Bündnisses der Bürgerinitiativen gegen den Flughafenausbau sitzt.

Schwämmlein wünscht sich möglichst viele Messstationen und alle fünf Sekunden eine Dokumentation der Schadstoffmenge, um die Belastung einzelnen Flugzeugen zuordnen zu können. Lanz hält eine solche Systematik für nicht angebracht. Schweizer Experten gingen davon aus, dass Ultrafeinstaub, der in einer Höhe von über 300 Metern ausgestoßen werde, am Boden keine Rolle mehr spiele, sondern sich weiträumig in der Luft verteilt habe.

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