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Flughafen Frankfurt Rollladen fliegt durch die Luft

In der Einflugschneise des Flughafens Frankfurt über Flörsheim und Raunheim sind Dachziegel und ein Rolladen abgerissen worden. Ob eine Wirbelschleppe die Ursache war, wird noch geprüft.

In Flörsheim haben sich wegen Wirbelschleppen wieder Dachziegel gelöst. (Symbolbild) Foto: dpa

Wieder haben sich unter der Einflugschneise Dachziegel gelöst: Am Dienstag seien es zwei in Flörsheim gewesen – „einer landete auf der Straße“, sagt Horst Bröhl-Kerner von der Bürgeriniative (BI) gegen Fluglärm Raunheim . Der Fall vom 16. Dezember sei noch gravierender, weil er beweise, dass Flugzeuge mehr als Dächer abdecken können: In Raunheim seien nicht nur Ziegel vom Dach gerissen worden, sondern auch ein Rollladen. Bröhl-Kerner macht dafür die sogenannten Wirbelschleppen verantwortlich. Ob dem so ist, werde derzeit untersucht, sagt Marco Kreuter vom hessischen Verkehrsministerium auf Anfrage.

Wirbelschleppen sind Luftverwirbelungen, die beim Landen entstehen. Ihre Stärke hängt vom Gewicht des Flugzeugs oder der Witterung ab. Gefährden können sie nachfolgende Jets und Gebäudedächer. Hausbesitzer aus dem Kernort Flörsheim und Raunheim können auf Kosten von Flughafenbetreiberin Fraport ihre Dächer sichern lassen. Das sei erst bei einem Viertel der Gebäude geschehen, sagt Bröhl-Kerner. Das Programm gehe sehr langsam voran, und mancher Eigentümer verweigere sich dem auch. Zudem zeige der Rollladen-Fall, dass Menschen in Raunheim oder Flörsheim dennoch gefährlich leben.

70 Meldungen verzeichne die Fraport-Statistik seit Anfang 2013; in 35 Fällen habe Fraport gezahlt, weil eine Wirbelschleppe als Ursache für Dachbeschädigungen nicht auszuschließen sei, sagt Bröhl-Kerner. In einer Antwort auf eine Anfrage der LinksFraktion im hessischen Landtag hatte Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) lediglich die 35 Fälle erwähnt, kritisiert der BI-Sprecher. Auch sage er nichts dazu, warum die anderen Fälle ausgeschlossen wurden. Die Gutachten, anhand deren dies beurteilt wird, seien ominös.

Erstellt werden sie von „öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen für das Dachdeckerhandwerk“, sagt Kreuter. Flugsicherung und Wetterdienst seien ebenfalls involviert. Für alle 70 Fälle lägen dem Ministerium die Dokumentationen vor. Geschädigte Hausbesitzer könnten sie auf Verlangen einsehen. Der Verkehrsausschuss des Landtags werde über jeden Schadensfall informiert, bei dem eine Wirbelschleppe als Ursache nicht ausgeschlossen sei.

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