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Flughafen Frankfurt Fragen und Antworten

Die FR beantwortet Fragen zum Schutz vor Fluglärm.

10.11.2011 21:22
Der Einbau von Schallschutzfenstern bringt Entlastung. Foto: Andreas Arnold

Die Fraport bietet Bewohnern in Flörsheim, die vom Flugbetrieb der neuen Nordwestlandebahn betroffen sind, an, ihre Häuser zu kaufen.

Nach Angaben von Max Conrady, dem Leiter der Abteilung Umweltauswirkung Lärm und Luft, sind in Flörsheim 230 Wohnimmobilien, darunter auch Mehrfamilienhäuser, betroffen. Fraport spricht von rund 500 Wohneinheiten. Gewerblich genutzte Häuser fallen nicht unter das sogenannte Casa-Programm.

Was müssen Haus- und Wohnungsbesitzer tun, um Geld zu bekommen?

Es gibt bisher 180 Anfragen. Ein anerkannter Sachverständiger des TÜV erstellt im Auftrag von Fraport ein Gutachten. Bewertet wird das Objekt so, als ob es keine Wertminderung durch die Landebahn gäbe. Nach Angaben von Fraport wird „großzügig bewertet“. Der Flughafenbetreiber bietet dann an, das Haus zu diesem Preis zu kaufen. Verhandlungsspielraum gibt es keinen, es handelt sich schließlich um ein freiwilliges Angebot der Fraport. Allerdings kann der Besitzer versuchen, seine Immobilie auf dem freien Markt zu verkaufen. Ein Jahr nach Inbetriebnahme der Bahn, also am 21. Oktober 2012, macht die Fraport die Casa-Kasse aber zu. Ein finanzielles Limit soll es nicht geben.

Wie ist die Situation in Raunheim und in Kelsterbach?

In Raunheim ist das Programm abgeschlossen. Hier handelte es sich um Anwohner, die schon seit Bestehen des Flughafens in der Überflugschneise wohnten. Hier gab es keinen Ankauf, sondern wegen der nun niedrigeren Flughöhen lediglich Ausgleichszahlungen. Im Taubengrund in Kelsterbach gibt es nach dem Planfeststellungsbeschluss sogar eine Ankaufspflicht.

Ein anderes Programm ist die Verbesserung des passiven Schallschutzes. Neuere Fenster und besser gedämmte Wände sollen den Fluglärm etwas erträglicher machen. Was müssen die Betroffenen tun?

Zuständig für die Bearbeitung ist der Regierungspräsident (RP) in Darmstadt. Auskunft über die drei verschiedenen von der Landesregierung Ende September festgelegten Zonen und die Antragstellung erteilt auch die Fraport. Es gibt 17000 Haushalte in den An- und Abflugzonen, in denen ein gesetzlicher Sofortanspruch auf Lärmminderung besteht. Für andere Betroffene können sich die Bearbeitung und damit auch ein erträglicheres Leben noch bis zu sechs Jahre hinziehen. Beim RP sind bis jetzt 870 Anträge eingegangen. Nach der Inbetriebnahme der neuen Landebahn gehen täglich bis zu 50 Anfragen bei der Fraport-Hotline ein. Am schlimmsten vom Flugbetrieb Betroffene können mit 150 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche rechnen.

Auch für die durch Fluglärm eingeschränkte Nutzung von Außenbereichen, also Gärten, Terrassen und Balkonen, soll es Ausgleichszahlungen geben?

Grundsätzlich ist das richtig. Frischluftgenießer müssen sich allerdings in Geduld üben, denn nach Angaben von Fraport ist die für eine Entschädigung notwendige Schallschutzverordnung des Bundes noch nicht verabschiedet, das kann auch noch dauern. Noch gibt es auch keine Vorstellungen über die Höhe der Entschädigung. Klar ist nur: Wer näher am Flughafen wohnt, bekommt mehr als derjenige, der weiter weg wohnt.

Ungerechtigkeiten könnte es geben, weil sich Bürger benachteiligt fühlen, die sehr knapp neben den Schutzzonen wohnen oder durch spezielle Gegebenheiten doch reichlich Lärm abbekommen?

Es muss klare Grenzen geben, so die Fraport. Auf gut Deutsch: Die haben Pech gehabt. (jah.)

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