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Flüchtlinge in Neu-Isenburg Asylbewerber erfahren viel Hilfe

Rund 50 Flüchtlinge, die in Neu-Isenburg ankommen, erfahren viel ehrenamtliche Unterstützung von mehreren Seiten. Die Stadt selbst baut eine Unterkunft und appelliert gleichzeitig an alle privaten Immobilienbesitzer, freie Wohnungen zu melden.

Sachspenden hält der DRK-Kleiderladen vor. Foto: Sascha Rheker

Rund 50 Flüchtlinge, die in Neu-Isenburg ankommen, erfahren viel ehrenamtliche Unterstützung von mehreren Seiten. Die Stadt selbst baut eine Unterkunft und appelliert gleichzeitig an alle privaten Immobilienbesitzer, freie Wohnungen zu melden.

Eine „unglaubliche Hilfswelle“ schwappt der Flüchtlingshilfe Neu-Isenburg entgegen. Das berichtet deren Sprecherin Renate Kaul und freut sich umso mehr, als die Organisation lange Zeit kaum Unterstützung fand. 47 vom Kreis zugewiesene Flüchtlinge kamen bislang in der Hugenottenstadt an. Sie wurden in städtischen Wohnungen sowie in Quartieren der Nassauischen Heimstätte, der Gewobau und der Hansainvest einquartiert. Entsprechend der Aufnahmequote des Kreises sollen dieses Jahr noch 70 weitere Personen folgen.

„Wir werden nicht alle Flüchtlinge in Wohnungen unterbringen können“, sagt Bürgermeister Herbert Hunkel (parteilos) und appelliert an alle privaten Immobilienbesitzer, freie Wohnungen zu melden. Auch wenn die Stadt derzeit eng mit der Gewobau zusammenarbeitet, werde sie nicht umhin kommen, selbst eine Gemeinschaftsunterkunft zu bauen.

Stadt zahlt Hotelunterbringung

„Wir sehen uns in der Verpflichtung unserer Vorfahren, die Neu-Isenburg gegründet haben. Es waren hugenottische Glaubensflüchtlinge, die hier eine neue Heimat gefunden haben“, sagt der Bürgermeister. Derzeit sei man auf Standortsuche für die Gemeinschaftsunterkunft in Modulbauweise, die spätestens im Herbst bezugsfertig sein muss, da dann die Aufnahmekapazitäten in Wohnungen ausgeschöpft sind.

Bei den Wohnungen gelten die Angemessenheitswerte, die der Kreis für Hartz-IV-Empfänger zugrunde legt. Demnach wird für eine Person eine 45-Quadratmeter-Wohnung als angemessen anerkannt. Der Kreis erstattet hier 11,58 Euro pro Quadratmeter inklusive aller Nebenkosten. Für vier Personen werden 84 Quadratmeter oder 781,20 Euro Miete als angemessen erachtet.

Neben den zugewiesenen 47 Flüchtlingen leben derzeit weitere 47 Personen in zwei Hotels an der Frankfurter Straße. Sie sind vom Kreis Offenbach dort untergebracht. Für die Hotelunterbringung zahlt der Kreis derzeit monatlich rund 40.000 Euro.

Bei ihren ersten Schritten in der Hugenottenstadt werden die Asylbewerber von einem Freundeskreis begleitet, der sich Anfang des Jahres gegründet hat. Er wird von der städtischen Stabsstelle Integration und Vielfalt, der Flüchtlingshilfe und der Evangelisch-reformierten Gemeinde Am Marktplatz koordiniert. „Der Freundeskreis wurde im Kreis unserer Mitarbeiter geboren“, erzählt Pfarrer Matthias Loesch stolz. Mit Hilfe der ehrenamtlichen Unterstützer wurden Patenschaften vermittelt, Flüchtlinge zu Arztterminen begleitet, Orientierungskurse und Sprachförderung angeboten. Auch eine Waschmaschine und ein Trockner konnten so angeschafft werden.

Sprechstunde für Flüchtlinge

Integration mal anders bieten die Flüchtlingshilfe und die Marktplatzgemeinde am Freitag, 21. März: Mit allen interessierten Flüchtlingen – egal, ob in Hotel oder Wohnung untergebracht – geht es zum Heimspiel der Offenbacher Kickers gegen den aktuellen Tabellenführer. Die Sparda-Bank Hessen sponsert die nötigen Fan-Utensilien und auch der Fanshop hilft mit. „Der Vorschlag wurde vor allem von den jungen Männern unter den Neubürgern mit großer Begeisterung aufgenommen“, sagt Loesch.

Hilfe erhalten die Flüchtlinge auch bei Alfred Riedmayer, der 25 Jahre lang in der Sozialberatung für Asylbewerber im Kreis Bergstraße gearbeitet hat und vor kurzem nach Neu-Isenburg gezogen ist. Ehrenamtlich bietet er für alle Asylbewerber jeden Mittwoch von 14 bis 16 Uhr eine Sprechstunde im Rathaus in den Räumen der Stabsstelle für Integration und Vielfalt an. Alle Asylbewerber wurden über die Möglichkeit informiert. Für schwierige Rechtsfragen steht ihm Rechtsanwalt Reiner Thiele zur Seite.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Zuwanderung Rhein-Main

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