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Flüchtlinge in Hessen Land Hessen schließt Flüchtlingsheime

Weil die Zahl der Flüchtlinge zurückgeht, schließt Hessen weitere Erstaufnahmestellen. Das Land stellt aber immer noch mehr als 10.000 Plätze bereit.

Flüchtlingszentrum Neckermann-Gelände
Bis zu 2000 Menschen fanden auf dem einstigen Neckermann-Gelände Platz. Foto: Alex Kraus

Hessen schließt weitere Erstaufnahmestellen für Flüchtlinge, weil die Zahl der Neuankömmlinge immer weiter zurückgeht. Das hat Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) am Mittwoch in Wiesbaden mitgeteilt.

In den Monaten Januar und Februar seien insgesamt rund 2000 Asylbsuchende nach Hessen gekommen, berichtete Grüttner. In den gleichen Monaten des Jahres 2016 seien es noch fast 12 000 gewesen. Vor diesem Hintergrund wolle man „die Kapazitäten maßvoll anpassen“, sagte der Minister.

Zwei Standorte, die bisher noch für die Erstaufnahme zur Verfügung gestanden hatten, werden ganz geschlossen: das American-Arms-Hotel in Wiesbaden und die US-Kaserne in Babenhausen. Dann gibt es in Hessen noch neun Standorte, die genutzt werden.

Insgesamt stellt das Land nun noch 10 300 Plätze für die Erstaufnahme von Flüchtlingen bereit. Davon sind 7600 jederzeit belegbar. Weitere 2700 Plätze können innerhalb kürzester Zeit aktiviert werden.

Die Unterkünfte reichen derzeit bei weitem aus: Anfang der Woche beherbergte das Land genau 2852 Menschen in den Erstaufnahmeeinrichtungen. Nach den ersten Formalitäten werden die Menschen auf die Kommunen verteilt. Diese unterhalten eigene Flüchtlingsunterkünfte.

Neben den verbleibenden neun Erstaufnahmestätten hält das Land noch vier Liegenschaften mit einer Kapazität von rund 3000 Plätzen vor, die nach einer Vorwarnzeit aktivierbar sind. Bisher waren auch das ehemalige Neckermann-Gelände in Frankfurt-Fechenheim und die Kelley Barracks in Darmstadt als solche „Passivstandorte“ geführt worden. Sie werden jetzt nicht mehr für die Erstaufnahme reaktiviert.

„Die Anpassung darf uns jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die aktuelle internationale Flüchtlingslage nach wie vor hochbrisant und nicht prognostizierbar ist“, erläuterte Grüttner.

Die weitere Entwicklung sei unsicher. „Für das Land Hessen kann daher die Lösung nur lauten, weiterhin auf Flexibilität zu setzen und gut vorbereitet zu sein“, sagte der Sozialminister.

Die Zeit des großen Flüchtlingsandrangs ist schon lange vorbei. Seit Juli 2016 kamen im Schnitt etwa 1400 Asylsuchende monatlich nach Hessen. Im Herbst 2015 waren zeitweise täglich so viele Menschen eingereist, wie jetzt in einem Monat gezählt werden.

Bereits im September 2016 hatte Grüttner auf den starken Rückgang reagiert. Damals verfügte er die Schließung von 21 Standorten und stufte sechs weitere Unterkünfte zu „Passiv-Standorten“ herab, darunter das Neckermann-Gelände. Mitte Dezember 2015 waren die ersten Geflüchteten auf das einstige Neckermann-Gelände gezogen. Es bot Platz für bis zu 2000 Menschen und entwickelte sich zeitweise zur größten hessischen Erstaufnahmestelle außerhalb Gießens.

Ungewiss ist, was aus den Immobilien wird, die nun frei gemacht werden. Beim Sozialdezernat der Stadt Wiesbaden war am Mittwoch noch nicht die Nachricht eingetroffen, dass das American-Arms-Hotel vom Land geräumt wird. Bevor über eine Nutzung nachgedacht werden könne, müsste Hessen die Immobilie die Stadt anbieten, hieß es.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Zuwanderung Rhein-Main

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