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Flüchtlinge in Frankfurt Ein Ort für Kreativität

Das Frankfurter Rote Kreuz baut mit Flüchtlingen ein früheres Bürogebäude um - mit Friseursalon, Fahrradwerkstatt, Frauencafé und mehr.

31.01.2017 20:37
Johanna Heß
Gemeinsame Musik gehört auch zum Konzept. Foto: Christoph Boeckheler

Ein orangefarbenes Sofa in einem kahlen Raum mit dunklem Linoleumboden – so sieht der Freizeitraum in der LuLa-Flüchtlingsunterkunft des DRK in Frankfurt bisher aus. Dort treffen sich Bewohner der Einrichtung, um gemeinsam zu musizieren oder ein Instrument zu lernen. Im Winter spielen hier auch Kinder, die bei der Kälte schlecht draußen toben können. Aber bald will der Einrichtungsleiter Björn Schmidt noch viel mehr bieten können. Seit kurzem gibt es in der Einrichtung ein Projekt – es heißt Teilhabeprogramm.

„Teilhabe bedeutet, an der Gestaltung der Räumlichkeiten mitzuwirken“, sagt Schmidt. Gemeinsam sollen die Betreuer der Einrichtung und ihre rund 450 Bewohner das alte Bürogebäude verwandeln.

Das Projekt wurde durch das DRK initiiert, aber explizit auch von den Bewohnern begleitet. „Wir haben mit den Leuten darüber geredet, was ihre Aufgaben im Haus sind, und im Zuge dessen auch gefragt, ob sie daran teilhaben wollen“, sagt Björn Schmidt.

Die Planung ist vielfältig und ambitioniert: Ein Frauencafé mit einem „Friseursalon“, eine Fahrradwerkstatt und Musikkurse. Zentral ist auch die Nähwerkstatt, die im Frauencafé entstehen soll. Des Weiteren stellt Schmidt auch Karaoke-Abende oder kleine Konzerte in Aussicht – „das müssen die Leute dann auch selbst organisieren“. Die Betreuer würden aber trotzdem helfen.

Der Raum mit dem orangenen Sofa ist nur ein vorläufiger Proberaum der Musiker. Im Zuge des Programms würden auch hier neue Möglichkeiten geschaffen. Neben Gitarren gibt es ein Keyboard und Trommeln. Manche der Leute seien sehr gut an ihren Instrumenten – „Wir haben zum Beispiel einen super begnadeten Schlagzeuger hier“, so Schmidt. Das Musikprogramm ist das erste der Projekte, das begonnen hat.

Aber das Teilhabeprogramm befände sich ja auch erst in den Anfängen. Diese Woche treffen sich die Projektleiter zur Koordination, danach werde die Umsetzung so schnell wie möglich angegangen.

Um das zu realisieren, muss sich das DRK allerdings auch auf Spenden verlassen. „Manche Sachen für das Teilhabeprojekt sind schon vor Ort vorhanden“, sagt Schmidt. So bräuchte das Verschönern der Räumlichkeiten oft nur ein wenig Farbe auf den Wänden. Auch einen Friseurstuhl für den Friseursalon habe man bereits. Für anderes wäre man auf Spenden angewiesen. Für die Nähwerkstatt beispielsweise ist das DRK auf der Suche nach Nähmaschinen.

„Viele Leute bringen da Wissen mit aus ihren Ländern“, sagt Schmidt, „Das kann man auch für die Leute hier einsetzen.“ Dies sei die Inspiration gewesen, eine Nähwerkstatt einzurichten. Die Frauen könnten so ihre Kleider reparieren oder neue Kleidung schneidern. Auch wäre vorstellbar, dass sie sich an der Dekoration und Verschönerung der Einrichtung beteiligen.

Andere wollen vielleicht nähen lernen. „Ich bin selbst noch jemand, der von seiner Mutter nähen gelernt hat“, so Schmidt. Aber nicht jeder kennt sich aus mit Nadel und Faden, oder gar einer Nähmaschine. „Es wird bestimmt Kurse geben.“ Bis dahin wird die Werkstatt aber erst einmal so zur Verfügung gestellt.

Um die Idee der Nähwerkstatt umzusetzen, bittet das DRK Frankfurt um Nähmaschinen als Spende. Auch Reststoffe und andere Nähutensilien sind willkommen.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Zuwanderung Rhein-Main
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