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Flüchtlinge aus Ungarn Flüchtlinge in Frankfurt eingetroffen

Mehr als 500 Flüchtlinge aus Ungarn werden in Hessen erwartet. Kurz vor Mitternacht ist ein erster Zug mit Flüchtlingen in Frankfurt angekommen. Freiwillige Helfer begrüßen die Ankömmlinge.

05.09.2015 23:08
Die ersten Flüchtlinge sind in Frankfurt angekommen. Foto: REUTERS

Rund 500 Flüchtlinge aus Ungarn sollten am Sonntag in Hessen eintreffen. Die ersten Busse erreichten bereits am Vormittag die Hessische Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen, wie die Sprecherin des Sozialministeriums, Esther Walter, sagte. «496 Menschen kommen heute zu uns.» Die Menschen, die zumeist aus Syrien und Afghanistan stammen und mehrere Tage in Ungarn nicht weiter reisen konnten, würden zunächst in Gießen registriert.

Am Nachmittag sollen sie in einem ehemaligen Druckereigebäude der Frankfurter Rundschau in Neu-Isenburg bei Frankfurt untergebracht werden. Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) wurde auch an der Unterkunft erwartet, die seit Samstag Platz für bis zu 700 Menschen bietet. Insgesamt rechnet Hessen nach der Ausreise von mehreren Tausend Flüchtlingen aus Ungarn damit, bis zu 700 von ihnen aufzunehmen - auch an anderen Standorten. 

Gegen 14.20 Uhr sollte nach Angaben der Bundespolizei zudem ein Zug mit rund 300 Flüchtlingen aus Wien über Passau am Frankfurter Hauptbahnhof ankommen. Wie viele der Menschen bis nach Frankfurt fuhren, wo der Zug enden sollte, war zunächst aber unklar. Eine Handvoll Flüchtlingen sind laut Deutscher Presse Agentur angekommen. Etwa ein Dutzend Helfer wartete mit Wasserflaschen und Kleidung sowie Willkommensschildern auf die Menschen.

Die erwartete Ankunft der Flüchtlinge löste auch in Neu-Isenburg eine Welle der Hilfsbereitschaft aus. Anwohner brachten so viele Kleidungsstücke, Stofftiere, Spielzeug und Essen zu der Unterkunft, dass die Freiwillige Feuerwehr dazu aufrief, vorerst von weiteren Sachspenden abzusehen. «Die Hilfsbereitschaft ist überwältigend, aber wir haben unsere Kapazitätsgrenze erreicht», sagte Andreas Kronhart von der Freiwilligen Feuerwehr.

Rund 200 Menschen hatten um kurz nach Mitternacht bereits Flüchtlinge im Frankfurter Hauptbahnhof mit Begeisterung begrüßt. Sie überreichten den Menschen Tüten mit Obst, Keksen und Getränken. «Ich danke den Menschen hier sehr, das ist einfach toll», sagte die Syrerin Reema al-Hussein der Deutschen Presse-Agentur. «Jetzt aber bin ich einfach nur müde.» Die junge Frau mit ihrem acht Monate alten Sohn auf dem Arm wurde von ihrem schon in Deutschland lebenden Schwager abgeholt.

Einige Hundert Flüchtlinge waren in der Nacht zum Sonntag und am frühen Sonntagmorgen bereits aus Österreich und Bayern mit mehreren Zügen durch Hessen gereist. Die meisten fuhren jedoch weiter nach Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Hamburg, wie ein Sprecher der Bundespolizei in Koblenz berichtete.   

So seien die rund 100 Flüchtlinge, die mit dem ICE 20 von Wien über Passau, Nürnberg, Würzburg und Hanau um 0.16 Uhr am Frankfurter Hauptbahnhof ankamen, mit einem Sonderzug zum Fernbahnhof am Frankfurter Flughafen und von dort um 6.20 Uhr weiter nach Dortmund gefahren. Kurze Zeit später sei ein Zug aus Budapest mit 114 Flüchtlingen am Frankfurter Hauptbahnhof eingetroffen. 24 der Menschen seien anschließend am Flughafen-Fernbahnhof ausgestiegen, die anderen 90 nach Ingelheim in Rheinland-Pfalz weitergefahren, wo sie am frühen Sonntagmorgen eintrafen. «Eigentlich waren in dem Zug 500 Migranten angekündigt, es waren aber nur 114 drin», sagte der Sprecher der Bundespolizei.

Rund 150 Menschen seien am Sonntagmorgen um 5.35 Uhr am Bahnhof Frankfurt-Süd eingetroffen. 56 von ihnen, darunter 20 Kinder, seien ausgestiegen und weiter nach Gießen gebracht worden. Die anderen 94 seien weiter nach Düsseldorf gefahren. Der Zug mit der Nummer EN 420 war von Wien über Passau gekommen.

Ein Zug aus Wien (ICE 90) mit rund 180 Flüchtlingen sei bereits am Samstagabend gegen 19.30 Uhr in Fulda eingetroffen und dann über Kassel und Hannover nach Hamburg weitergefahren. «Die Flüchtlinge hatten in Fulda und Kassel die Gelegenheit, den Zug zu verlassen, sind aber alle weiter bis Hamburg gefahren», sagte Dieter Schwan von der Bundespolizei. (dpa)

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