Lade Inhalte...

Flörsheim Stadt löst Engpass bei Kitaplätzen

In der Flörsheimer Kernstadt wird es bald mehr Kindergartenplätze geben. Ein privater Betreiber baut bis Anfang 2018 eine neue Kindertagesstätte. Eltern werden nicht mehr als in anderen Einrichtungen zahlen müssen.

Kinder in Flörsheim
99 neue Kitaplätze enstehen bis Anfang 2018 in der Flörsheimer Hauptstraße. Foto: Educcare

Eltern, die in der Flörsheimer Kernstadt wohnen und dringend einen Betreuungsplatz für ihre Kinder suchen, können aufatmen. Spätestens zum 1. Januar 2018 wird eine neue fünfgruppige Einrichtung für 99 Krippen- und Kindergartenkinder in der Hauptstraße in Betrieb gehen. Gebaut werden soll sie von einem Investor. Die Stadt stellt das Grundstück an den Sportplätzen unterhalb der Opel-Brücke zur Verfügung und übernimmt die Baukosten in Höhe von zwei bis drei Millionen Euro.

Gemanagt wird das komplette Projekt, für das der Zeitrahmen äußert eng gesteckt ist, von dem privaten Betreiber Educcare, mit dem die Stadt einen Projektentwicklervertrag abschließt. Das habe der Magistrat vor kurzem entschieden, teilten Bürgermeister Michael Antenbrink (SPD) und Erster Stadtrat Sven Heß (Grüne Alternative Liste Flörsheim) gestern mit. Educcare wird die neue Kita anschließend auch betreiben und sich, was die Betreuungszeiten betrifft, an die in den Flörsheimer Kitas üblichen Zeitmodule anpassen. Zum Educcare-Bildungskonzept, das bilingual (Deutsch und Englisch) ist, gehören neben dem situationsorientierten Ansatz die Reggio- sowie die Montessori-Pädagogik.

Üblicherweise müssen Eltern dafür mehr Geld in die Hand nehmen als in städtischen oder konfessionellen Kitas. In Flörsheim fängt die Mehrkosten die Kommune auf. „Eltern, die ihre Kinder bei Educcare betreuen lassen, zahlen genau so viel wie in allen anderen Flörsheimer Kindergärten auch“, sagte Michael Antenbrink der FR. Er rechnet mit mindestens 100 000 Euro, die die Kommune pro Jahr drauflegen muss. „Das ist der Preis, den wir zahlen, damit wir den Engpass bei den Kitaplätzen kurzfristig lösen können. Eine andere Möglichkeit haben wir nicht.“

Ursache für das „Kita-Schlamassel“ in Flörsheim, das im Herbst vergangenen Jahres deutlich wurde, ist laut Antenbrink der starke Bevölkerungszuwachs, vor allem in der Kernstadt. Nach reger Bautätigkeit sind dort innerhalb der vergangenen vier Jahre 1100 Menschen zugezogen. Weil auch viele junge Familien unter den Neuankömmlingen sind, ist der Bedarf an Kitaplätzen rasant gestiegen. Binnen weniger Monate musste eine Lösung gefunden werden.

Glück im Unglück: Auch Educcare suchte nach einer Lösung für ein Problem, das sich für den privaten Kitabetreiber in Eschborn aufgetan hatte. Nach zehn Jahren wurde dort von der Stadt der Betreibervertrag für eine Educcare-Krippe im Gewerbegebiet Eschborn Süd gekündigt. Ende September wären 15 Erzieherinnen und Erzieher arbeitslos gewesen.

„Das Team hat uns signalisiert, dass es weiterhin zusammenarbeiten möchte“, sagte Educcare-Geschäftsführer Marcus Bracht der FR. „Wir haben deshalb im Main-Taunus- und im Hochtaunus-Kreis an verschiedenen Stellen nachgefragt, ob Bedarf an einer neuen Einrichtung besteht und haben in der Stadt Flörsheim einen Partner gefunden.“

Offiziell gilt die neue Kita auf der Wiese an der Mainbrücke erst mal als „provisorische Einrichtung“, da der gültige Bebauungsplan nichts anderes vorsieht. Zehn Jahre könne sie aber auf jeden Fall betrieben werden, sagt Michael Antenbrink. „In der Zeit können wir über eine Änderung des Baurechts nachdenken.“

Was die Flörsheimer Eltern freut, bereitet so manchen Eltern in Eschborn Kopfzerbrechen. Vor allem jene, die ihre Kinder bisher bei Educcare haben betreuen lassen, weil sie bei einem der großen Unternehmen im Gewerbegebiet Süd arbeiten und außerhalb von Eschborn wohnen, kommen in arge Bedrängnis.

Sie wisse noch nicht, wo sie ihren 14 Monate alten Sohn ab Oktober unterbringen solle, sagte Melanie Bauer der FR. Sie hat bisher einen der Firmenplätze genutzt, die die Deutsche Börse ihren Mitarbeitern bei Educcare zur Verfügung stellt.

Eschborns Erster Stadtrat Thomas Ebert (Grüne) ist indes bemüht, die Wogen zu glätten. Es laufe ein Interessenbekundungsverfahren für den Betrieb einer neuen Krippe für unter Dreijährige in Eschborn, sagte er auf FR-Anfrage. „Wir wollen als Stadt für eine lückenlose Betreuungsmöglichkeit sorgen, auch für Kinder von außerhalb.“ Nach Angaben von Marcus Bracht hat sich auch Educcare beworben.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen