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Flörsheim Hessen Mobil baut Umgehung für Weilbach

Das Flörsheimer Stadtparlament muss der Vereinbarung mit dem Land noch zustimmen. Die Kosten von 25 Millionen Euro für die 3,4 Kilometer lange Umgehungsstraße übernimmt der Bund.

Fällt der Löffel aus dem Mund, ist ein LKW der Grund.“ Das Transparent, das auf einer Hauswand in Weilbach hängt, ist nur eines von vielen Protestzeichen, mit dem sich Bürger entlang der vielbefahrenen Durchgangsstraßen in dem Flörsheimer Stadtteil seit Jahren Luft machen. Vor allem der Krach der schweren Lastwagen, die von der A 66 in die Flörsheimer Industriegebiete, nach Eddersheim und nach Wicker unterwegs sind, nerven die Anwohner.

Darauf, dass es leiser wird, müssen die Weilbacher zwar noch ein paar Jahre warten, mittlerweile steht aber immerhin fest, dass der Bund die Baukosten für die 3,4 Kilometer lange Umgehung Weilbach übernimmt. Das sind insgesamt 25 Millionen Euro. Die Umgehungsstraße ist im Bundesverkehrswegeplan als Projekt mit vordringlichem Bedarf eingestuft. Die Hessische Landesbehörde Hessen Mobil hat die Planungen der Stadt für gut befunden und will mit dem Bau des Großprojektes beginnen, sobald der Bebauungsplan für beide Bauabschnitte rechtsgültig ist. Die Planungskosten, die die Stadt bisher vorfinanziert hat, sollen weitgehend vom Land übernommen werden, ebenso die Kosten für Grundstückkäufe.

In seiner Sitzung am 14. Dezember soll das Stadtparlament einer entsprechenden Vereinbarung zwischen Flörsheim und Hessen Mobil zustimmen. Festgeschrieben ist darin auch, dass die Kommune eine Abschlagszahlung in Höhe von 200 000 Euro für die bisherigen Planungsleistungen noch in diesem Haushaltsjahr erstattet bekommt.

Flörsheims Bürgermeister Michael Antenbrink (SPD) rechnet für Anfang kommenden Jahres mit der dritten Offenlegung des Bebauungsplanentwurfes für den ersten Abschnitt. Dies sei nötig, weil die Ortsumgehung Weilbach jetzt als Bundesstraße und Teil der B519 geplant und gebaut werde. Außerdem hätten ein paar Details angepasst und geändert werden müssen. Baureif geplant und genehmigt sein werde der 1,6 Kilometer lange erste Bauabschnitt zwischen dem Sportplatz der Germania Weilbach und der Raunheimer Straße dann ab Frühjahr 2018.

Drei Brücken geplant

Drei Brücken sind laut Antenbrink auf diesem Abschnitt geplant. Unter anderen sollen sie die Verbindung zwischen der Keltenstraße und den Aussiedlerhöfen herstellen und die Regionalparkroute bis zum Haus des Dichters weiterführen.

Mit dem Bau der Umgehungsstraße könne in nächster Zeit allerdings nicht begonnen werden. „Selbst wenn wir das Projekt als Stadt vorfinanzieren, können wir nicht mit dem ersten Bauabschnitt anfangen“, erläuterte Antenbrink gestern bei einem Pressegespräch. „Das ist formal nicht möglich. Hessen Mobil wartet ab, bis beide Abschnitte Baurecht haben.“

In ein bis zwei Jahren könnte es so weit sein, hofft der Verwaltungschef. „Wir sind schon relativ weit mit dem Planungen für den zweiten Bauabschnitt zwischen Industriestraße und Rüsselsheimer Straße, hoffen, dass wir bald mit der ersten Offenlage und der vorgezogenen Bürgerbeteiligung beginnen können.“

Mit drei Jahren Bauzeit rechnet Antenbrink dann für beide Bauabschnitte. Dass die Stadt noch nicht alle Grundstücke im Besitz habe, die für den Straßenbau gebraucht würden, sei kein Problem. „Da haben wir schon Vorverhandlungen geführt.“

Über eine Ortsumgehung für Flörsheim wurde jahrzehntelang heftig gestritten, Bürgerentscheide verhinderten den Bau. Seit 2011 wird die kleine Umgehung für Weilbach geplant. Dazu gab es ein einstimmiges Votum im Stadtparlament.

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