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Flakstellung in Neu-Isenburg Einzigartige Überreste

Eine ehemalige Flakstellung in Neu-Isenburg wird unter Denkmalschutz gestellt. Zeitzeugenberichte werden gesucht.

Die Verschraubung des Geschützes ist noch zu erkennen: Wilhelm Ott erforschte die Flakstellung. Foto: C.Wespe

Gut versteckt zwischen Reitplatz und Wiesen nördlich des Luderbachs finden sich Beton- und Mauerreste in der Landschaft. Eine Betonplatte ist zu erkennen, einige Meter entfernt ist ein gemauerter und halb eingefallener Unterstand zu sehen. Es sind Überbleibsel dreier kreisförmig angeordneter Flakbatterien aus dem Zweiten Weltkrieg. Sechs Flakstellungen bildeten jeweils eine Batterie zur Abwehr von Flugzeugen der Alliierten, die von Westen angeflogen kamen. 

Von den insgesamt 18 Flakstellungen am Schindkautweg, An den Grundwiesen und am Brüllochsenweg ist nur wenig erhalten – mit einer Ausnahme: Eine Flakstellung am Brüllochsenweg ist noch deutlich zu erkennen. Die Unterstände für die Luftwaffenhelfer sind erhalten, auf der Betonplatte in der Mitte ragen zehn verrostete Verschraubungen empor.

„Hier war das Flakgeschütz mit Kaliber 8,8 befestigt“, sagt Heimatforscher Wilhelm Ott und weist auf die dicken Schrauben. Vor zwei Jahren hat die Stadt die Mauern umzäunen lassen, um sie vor Vandalismus zu schützen. Ott und Neu-Isenburgs Bürgermeister Herbert Hunkel haben sich seitdem bemüht, die Überreste vom Landesamt für Denkmalpflege schützen zu lassen. 

Das ist nun gelungen: Bei einer Begehung mit verschiedenen Akteuren von Stadt, Denkmalamt, dem Kreis Offenbach und dem Verein für Geschichts-, Heimatpflege und Kultur (GHK) Ende März hat sich Oberkonservator Dieter Griesbach-Maisant vom Landesamt begeistert zum Zustand der ehemaligen Flakstellung geäußert: „Eine solch gut erhaltene Flakstellung habe ich noch nie gesehen.“ 

Die Überreste seien hessenweit, wenn nicht gar bundesweit einzigartig in ihrem Erhaltungszustand. „Sie geben uns heute noch einen guten Eindruck, wie es hier im Zweiten Weltkrieg aussah“, sagt Ott. Griesbach-Maisant versprach, die Überreste unter Denkmalschutz zu stellen, sie werden in das Landesverzeichnis aufgenommen und werden auch in der Datenbank „DenkXweb“ im Internet abrufbar sein. 

Auch der GHK, dessen Vorsitzender Bürgermeister Hunkel ist, hat Pläne für das Gelände. „Wir wollen eine Broschüre erarbeiten“, sagt Hunkel, „dafür suchen wir noch Zeitzeugen, die uns ihre Erfahrungen berichten.“ Einige Gespräche seien bereits geführt und aufgezeichnet worden, doch Hunke und Ott hoffen, dass sich weitere Zeitzeugen melden.

„Am Beispiel unserer Flakstellung kann der Schrecken des Krieges und wie sinnlos hier junge Menschen geopfert wurden, vor Augen geführt werden“, sagt der Bürgermeister. Gerade für Schulklassen aus der Region möchte der GHK Führungen anbieten, um die Geschichte erfahrbar zu machen. 

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