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Finalist Hessischer Gründerpreis Der Überflieger

Daniel Golla ist Finalist beim Hessischen Gründerpreis. Er verdient sein Geld mit tanzenden Modellflugzeugen.

24.10.2012 15:02
Peter Dietz
Der Show-Pilot Daniel Golla baut seine Flieger selbst. Foto: privat

Daniel Golla ist Finalist beim Hessischen Gründerpreis. Er verdient sein Geld mit tanzenden Modellflugzeugen.

Im gleißenden Licht der Scheinwerfer tanzt ein kleines Flugzeug. Es dreht und überschlägt sich, fliegt Loopings und Pirouetten im Takt der Musik. Auf der Bühne steht Daniel Golla. In den Händen hält er eine Steuerung. Doch die Menschen im Publikum schauen nicht auf ihn, sie starren in Richtung Decke. Denn der Star ist ein Modellflugzeug aus Styropor, ein Shockflyer, 150 Gramm leicht, geschmückt mit bunten Bändern.

Seit 13 Jahren schon lässt Golla kleine Flieger ferngesteuert in die Luft gehen. Viel, viel Geld hat er als Jugendlicher in sein Hobby gesteckt. Ein Hobby, das er zu seinem Beruf gemacht hat. Seit einem Jahr hat der 23-Jährige aus Söhrewald bei Kassel eine eigene Firma, über die man ihn als professionellen Showpiloten für Veranstaltungen, Feste und Präsentationen buchen kann.

Konfetti und bunte Bänder

Etwa ein Drittel seines Umsatzes komme über private Kunden, erzählt Golla. Für sie lässt er seinen Flieger auf Geburtstagen und zu Hochzeiten in der Luft tanzen. Der Löwenanteil aber komme über Geschäftskunden; Für Firmen macht Golla seine Show etwa bei Produktpräsentationen, bei Weihnachtsfeiern und bei Neueröffnungen von Läden. Zudem tritt er in Varietés und in Zirkussen auf.

Der junge Mann ist einer von neun Finalisten des Hessischen Gründerpreises. Golla sei ein sehr junger Gründer, der es verstehe, mit einer innovativen Idee die Menschen zu begeistern, sagt Bernd Curtius vom Initiativkreis Hessische Gründertage. Er sei zudem sehr überzeugend und könne inzwischen von seinem Geschäft gut leben.

Golla hat eine Ausbildung zum Mechatroniker gemacht. Das Fliegen aber liege ihm mehr, sagt er. Deshalb habe er umgesattelt. Die technischen Kenntnisse, die er bei seiner Lehre erworben habe, seien dennoch von Nutzen. Schließlich konstruiert und baut Golla seine Flieger selbst. Das Programm seiner Show strickt er für jeden Anlass neu. Die Kunden können sich die Musik selbst aussuchen, zu denen der Flieger schwingen soll; je nach Wahl macht Golla dann die Choreografie und baut Spezialeffekte ein.

Für den Start in die Selbstständigkeit habe er sich „ein paar Euro“ zurückgelegt, erzählt Golla. Investiert hat er in Musikanlage und Bühnentechnik sowie in Visitenkarten und Kostüme. Eine Idee für den Ausbau seines Geschäfts hat er auch schon. Golla will für Firmen auf Bestellung kleine Flugzeuge bauen, die diese dann als Werbeträger nutzen können – mit oder ohne den Showpiloten aus Kassel an der Steuerung.

Auf der Bühne geht die Flugschau weiter. Der orangefarbene Flieger steht senkrecht in der Luft und wirft zum Abschluss über den Köpfen der Zuschauer Konfetti ab. Dann breitet Golla die Arme wie Flügel aus; das Publikum applaudiert – für diesen kurzen Moment ist er der Star.

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