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FH-Präsident Ohne Berührungsängste

Der neue Frankfurter FH-Präsident Detlev Buchholz geht sein Amt mit Elan an. Seine Pläne: Die Fachbereiche sollen so weit wie möglich zusammenarbeiten, und die Forschung will er auch nicht vernachlässigen.

Der neue Präsident der Fachhochschule FH Frankfurt: Detlev Buchholz. Foto: Chris Hartung

Der Neue ist da. Schnellen Schrittes eilt er beim Fototermin über den Campus der Fachhochschule am Nibelungenplatz, und irgendwie wirkt es nicht, als befände er sich auf fremdem Terrain. Studierende, die rund um das Rote Haus des Asta sitzen, winken ihm zu, einige begrüßen ihn per Handschlag, gratulieren ihm. Nein, Berührungsängste hat dieser Detlev Buchholz nicht.

Der Neue. Mit gerade einmal 40 Jahren ist er Präsident der Fachhochschule (FH) Frankfurt geworden, doch so außergewöhnlich sei das gar nicht, sagt FH-Sprecherin Gaby von Rauner nach einem Blick ins Archiv. "Viele unserer Präsidenten waren um die 40, als sie anfingen." Doch Detlev Buchholz merkt man das (verglichen mit den anderen hessischen Hochschulpräsidenten) jugendliche Alter an. Agil wirkt er, voller Tatendrang, ganz und gar bereit, eine Aufgabe zu übernehmen, von der er sagt, dass er Respekt vor ihr habe. Respekt, keine Angst.

Knappes Wahlergebnis

Sein Wahlergebnis - eher mau. Obwohl er einziger Kandidat war, "was mich im Übrigen überrascht hat", bekam er im ersten Wahlgang keine Mehrheit. Acht Mitglieder des erweiterten Senat hatten ungültige Stimmzettel abgegeben. Ein "Spielchen" (von Rauner), ein Warnschuss für den Neuen. Im zweiten Wahlgang schaffte Buchholz eine hauchdünne Mehrheit. Der künftige Präsident nimmt es sportlich. "Ich freue mich über jedes positive Ergebnis, auch über ein knappes."

Schnee von gestern. Nun gilt es, die kommenden sechs Jahre an der Spitze der FH zu planen. Interdisziplinarität ist dem gelernten Ingenieur wichtig. Die Fachbereiche sollen so weit wie möglich zusammenarbeiten - etwa in Disziplinen wie Businessmanagement, Führung, Kommunikation und Moderation. Und er gibt ein klares Bekenntnis zur Forschung ab.

Forschung sei wichtig, auch an einer Fachhochschule, die vor Jahren noch als fast reine Lehranstalt galt. "Aus guter Forschung erwächst gute Lehre", sagt Buchholz. Welche Schwerpunkte er setzen will? Da wird der Wissenschaftler am Tag seiner Wahl zum ersten Mal zurückhaltend. "Ich will den Fachbereichen keine Forschungsfelder überstülpen."

Ansonsten aber nimmt er kein Blatt vor dem Mund. Vor allem nicht, wenn es um hochschulpolitische Fragen geht. Anders als Wolf Rieck, dem er als Präsident folgen wird, lehnt Buchholz Studiengebühren grundsätzlich ab. Und auch von einer möglichen Fusion mit der Fachhochschule Wiesbaden hält er nichts. Wichtig sei, dass die FH Frankfurt ein eigenständiger Standort bleibe und ihr Profil schärfe. Rieck hatte eine Fusion mit Wiesbaden vorangetrieben, war damit aber hochschulintern gescheitert.

Seine Leidenschaft: Musik

Gelassen wirkt er, der künftige Präsident, der am liebsten am 1. September anfangen würde, wenn ihn sein bisheriger Arbeitgeber, die Wilhelm-Büchnen-Fernhochschule, vorzeitig aus dem Vertrag entlässt. Auch vor der übermächtig wirkenden Goethe-Uni als Konkurrenten habe er keine Angst. Die FH brauche sich nicht zu verstecken, Lehrende wie auch Studierende der beiden Frankfurter Hochschulen seien gleichrangig anzusehen. Nur forsche die FH eben anwendungsorientierter.

Noch ein paar persönliche Fragen. Hobbys: Schwimmen, Radfahren. Leidenschaft: Musik, auch wenn er wegen der neuen Aufgabe nicht mehr seine beiden Chöre dirigieren werde. Mitglied in der Gesellschaft für Informatik, im renommierten Institute of Electrical and Electronics Engineers und im Völklinger Kreis, dem Bundesverband schwuler Führungskräfte.

Dann ist die Vorstellung vorbei, und Buchholz fährt nach Ludwigshafen, wo er wohnt und auch wohnen bleiben wird. Mit dem Zug brauche er bis zum Nibelungenplatz 70 Minuten. Die Fahrt an die Büchnerschule in Darmstadt dauere zwölf Minuten länger.

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