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Feldberghof Abschied vom Großen Feldberg

Für Feldberghof-Wirt Peter Stürtz ist wohl bald Schluss. Der zuständige Zweckverband verhandelt mit der Binding-Brauerei über einen neuen Pachtvertrag.

Feldberghof
Peter Stürtz betreibt den Feldberghof seit 17 Jahren. Foto: Renate Hoyer

Die Gastronomie auf dem Großen Feldberg steht vor einem massiven Umbruch: Zum Jahresende wird der Kiosk auf dem Plateau endgültig schließen, nachdem der Pachtvertrag mit dem Ehepaar Lichtnecker vor zwei Jahren noch einmal verlängert worden war.

Und auch der Vertrag für den Feldberghof mit seinen 450 Sitzplätzen läuft bald aus, am 31. März 2019. Diese Gelegenheit möchte der Zweckverband Feldberghof als Eigentümer nutzen, um das Gebäude grundlegend zu sanieren. Doch das ist nicht alles. „Die Bewirtung auf dem Feldberg soll völlig neu konzipiert und ausgerichtet werden“, heißt es in einer Pressemitteilung. Das Ehepaar Peter und Claudia Stürtz, die den Feldberghof seit 17 Jahren betreiben, gehen davon aus, dass ihre Zeit dann endet. „Wir bedauern dies sehr und sind sehr traurig darüber“, verabschieden sie sich bereits per Aushang von ihren Gästen.

Dabei hätten sie den Betrieb gerne weitergeführt, beteuern beide. Schließlich ist es ihnen gelungen, den einst ramponierten Ruf der Feldberg-Gastronomie erheblich aufzupolieren. Er habe den Verantwortlichen schon vor anderthalb Jahren ein Konzept vorgelegt, um den Feldberghof künftig als direkter Pächter zu betreiben, sagt Peter Stürtz im Gespräch mit der FR. Leider habe er darauf keine Antwort bekommen. Dennoch habe er sich dann im Sommer auf die offizielle Ausschreibung noch einmal beworben. Ergebnis war eine Absage.

Derzeit verpachtet der Zweckverband, dessen Gesellschafter der Hochtaunuskreis und die Gemeinde Schmitten sind, das Areal an die Binding-Brauerei, die den Gasthof dann wiederum an das Ehepaar Stürtz untervermietet. Offenbar setzt der Zweckverband für die Zukunft auf ein ähnliches Modell. Auf Anfrage der FR teilte der Verband, dessen Vorsitzender Landrat Ulrich Krebs (CDU) ist, mit, dass zur Zeit Verhandlungen mit Binding über einen neuen Pachtvertrag mit einer Laufzeit von 20 bis 30 Jahren im Gange seien. „Die Gespräche stehen kurz vor dem Abschluss.“

Binding sei mit seiner langen Gastronomie-Erfahrung der „ideale Partner“, bei dem „eine kostendeckende Pachtzahlung als garantiert angesehen werden kann“. Der Zweckverband betont zudem, „dass keinerlei Steuergelder für die Sanierung des Feldberghofes verwandt werden sollen“. Die Besucher des Großen Feldbergs könnten auch in Zukunft mit einer „vielseitigen und guten Gastronomie“ rechnen.

Eine Sprecherin der Binding-Brauerei bestätigte auf Anfrage der FR die Verhandlungen mit dem Zweckverband Feldberghof. Details könne sie aber zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht nennen - weder zum künftigen Konzept noch zu einer Weiterverpachtung des Feldberghofs.

Peter Stürtz geht jedenfalls davon aus, dass für ihn und seine 40 Mitarbeiter, darunter 17 Vollzeitkräfte, bald Schluss ist. „Das trifft uns extrem“, sagt eine Servicekraft mit Tränen in den Augen. Schließlich seien unter den Betroffenen Mütter und Väter, die eine Familie ernähren müssten.

Eine monatelange Sanierung ohne Einnahmen könne er nicht überbrücken, betont Peter Stürtz, der mit seiner Frau auch das Restaurant Hirschgarten in Bad Homburg führt. Deshalb habe er in seinem Konzept den Vorschlag gemacht, den Feldberghof bei laufendem Betrieb zu sanieren.

Doch der Zweckverband möchte einen anderen Weg gehen. Die Gastronomie werde ab dem kommenden Jahr „über einen längeren Zeitraum“ nicht zur Verfügung stehen, kündigt er an. Es werde aber „eine gute Zwischenlösung“ geben. Dazu soll auch ein Ersatz für die Toilettenanlage des Gasthofes gehören. Neben dem Feldberghof und dem Kiosk der Lichtneckers gibt es noch einen weiteren Kiosk am Fuß des Feldbergturms.

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