Lade Inhalte...

Klaa Paris Familiäre Stimmung in Klaa Paris

Der Fastnachtsumzug in Heddernheim ist für viele Frankfurter Tradition. Zwei Zuschauer erläutern, warum: „Hier sind viele Familien, und alle sind gut gelaunt.“

Heddernheim
Schlechtes Wetter ist für Pinguine kein Problem, und die Frankfurter sind auch nicht aus Zucker. Foto: Rolf Oeser

Dieses Jahr ist Schneewittchens Zwergen-WG zu acht. „Wobei das ja fast nur ein halbes Mitglied ist“, sagt Patrick und grinst zu dem noch sehr kleinen Zwergennachwuchs hinüber. Seit mehr als vier Jahren gehen er und seine Freunde als Figuren aus „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ zum Klaa Pariser Fastnachtsumzug in Heddernheim. Als Nicht-Zwerge waren sie in den Jahrzehnten zuvor als Zuschauer beim Umzug. „Wir lieben die familiäre Atmosphäre.“

Für viele Frankfurter ist es Tradition, am Fastnachtsdienstag in Klaa Paris zu feiern. Der Umzug windet sich dieses Jahr bereits zum 178. Mal durch die engen Heddernheimer Gassen. „Das ist der beste Zug in Frankfurt“, sagt Christian Schönfeld von den „Fidelen Nassauern“. Der Karnevalsklub darf den Kanonenschuss abgeben, mit dem sich der Umzug um 14.31 Uhr in Bewegung setzt.

Den lauten Knall haben allerdings wohl auch ein paar Regenwolken gehört und als Signal genommen, sich pünktlich zum Zugbeginn zu öffnen. „Das gibt’s doch nicht“, schimpfen ein paar Narren kurz vor sich hin. Die Stimmung hebt sich aber direkt wieder, als der erste Wagen um die Ecke gefahren kommt und die Menge mit Bier versorgt. „Morgen geht’s halt betrunken zur Arbeit“, sagen Haydar und Ismail. Sie seien mit der Klaa Pariser Fastnacht aufgewachsen. Und auch sie bestätigen: Der Umzug sei besser als der, der am Fastnachtssonntag durch Frankfurt fährt. Der Grund: „Weniger Assis. Hier sind viele Familien, und alle sind gut gelaunt.“

„Alles ruhig heute“, sagt Christian Albrecht vom Arbeiter-Samariter-Bund. Während des gesamten Zuges habe es nur einen Krankentransport gegeben. Gefährlich werde es für Zuschauer, die keinen ausreichenden Abstand zu den Zugwagen halten, sagt ein Ordner. Denn die Straßen in Heddernheim sind schmal, und für dieses Jahr hat die Zuggemeinschaft Klaa Paris mit 100 000 Zuschauern gerechnet.

Kleine Gasse, großer Wagen – die Frankfurter Verkehrsgesellschaft kann davon ein Lied singen. Seit 2003 fährt sie mit ihrem umgebauten Linienbus bei der Klaa Pariser Fastnacht mit, sagt Pressesprecher Bernd Conrads, während aus den Lautsprechern „Viva Colonia“ schallt. Eine Reminiszenz an seine Heimat, sagt er.

Aus weiter Ferne angereist sind Jordan und Hannah: Die beide kommen aus den USA. Ein wenig wie Halloween findet Hannah das närrische Spektakel. Politisch geht es in ihrer Heimat auch etwas schauerlich zu – gegen die Aussage, dort sitze inzwischen ein Narr im Weißen Haus, würden sich die Heddernheimer Fastnachter aber sicher wehren. Ihr Umzugsmotto lautet: „Um Klaa Paris ist’s gut bestellt, denn hier regiert der Narr die Welt.“

Ein paar Zuschauer lassen sich trotzdem nicht von der Fastnacht bestimmen, wie ein junger Frankfurter mit Nachdruck sagt: „Ich verkleide mich doch nicht mehr, ich bin 15.“

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum