Lade Inhalte...

Fastnacht Frankfurt Klaa Paris lockt die Narren nach Heddernheim

Bei guter Stimmung und Sonnenschein feierte Heddernheim. Die Fastnachtswagen waren auch politisch.

Faschingsumzug Heddernheim
Anglerin Merkel auf der Suche nach Koalitionspartnern - ein Mottowagen in Klaa Paris. Foto: Rolf Oeser

Die drei schwimmen um die Wette: Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) gegen die Kandidaten Bernadette Weyland (CDU) und Volker Stein (unabhängig). Ziel ist der Römer. Natürlich verarbeiteten die Narren in Heddernheim die anstehende OB-Wahl. Beim 179. „Klaa Pariser“ Fastnachtszug feierten am Dienstag Spielmannszüge, Tänzer und Zehntausende Besucher unter dem Motto „Gude – Servus un Helau.“ Bei Sonnenschein präsentierten sich 111 Gruppen.

Die Stimmung ist bereits ausgelassen, als sich der Umzug in Bewegung setzt. Gerade tanzte über die Straße noch eine Polonaise von Passanten, nun rollen die Wagen zu lauter Musik vorbei, Narren schmeißen Süßigkeiten in die Menge. Die Teilnehmer des Umzugs zünden Konfetti-Kanonen oder verteilen Bier. Wie die Binding-Brauerei, die mit eigenen Wagen mitfährt. 1200 Liter hätten sie ausgegeben, sagt Sprecherin Claudia Geisler. 

Die Motivwagen wurden von dem Künstler John Christie gestaltet. Bezogen auf die Groko-Verhandlungen zeigt einer von ihnen eine große Angela Merkel, die eine Angel ausgeworfen hat. Offenbar erfolgreich, denn am Haken hängt ein roter Fisch. Er hat eine SPD-Aufschrift und den Kopf von Martin Schulz. 

Klaa Paris als „Epizentrum der Fastnacht“

Kurz hinter den schwimmenden OB-Kandidaten fährt ein Wagen mit einem Sarg. Darüber steht „Letzter bezahlbarer Wohnraum“. Die Begleiter des Zugs tragen T-Shirts mit der Aufschrift „Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt.“ Auch der Sport spielt eine Rolle. Hierbei wird sich darüber lustig gemacht, dass die Niederlande und Italien nicht an der kommenden WM teilnehmen werden.

„Wir wohnen hier im Epizentrum der Fastnacht“, sagt Angela Nitsch. Sie lebt gleich um die Ecke. Mit Freunden gab es am Morgen zunächst Kreppel, nun steht sie als Papagei an der vollen Straße. Wer ihr besonders gefallen hat? Da zückt sie sofort ihre Kamera und zeigt ein Foto. Teilnehmer einer Gruppe waren als riesige schwarze Hüte verkleidet.

Manche Heddernheimer haben es sich auch direkt vor ihrem Haus gemütlich gemacht, wie Steffen Bönner, der als Lemur verkleidet ist. Gemeinsam mit seinem Mitbewohner, der ein Panda-Kostüm trägt, hat der 26-Jährige einen Tisch und Bänke in die Einfahrt gestellt. „Wir machen hier immer gerne mit“, sagt er. Das Praktische: Sie können sitzen bleiben, denn der Zug führt direkt an ihnen vorbei.

Drei Kilometer müssen die Teilnehmer gehen oder fahren. „Ich bin total fertig“, sagt Edda Vogt, als sie die letzten Meter überwindet. Glücklich wirkt sie dennoch. Gemeinsam mit den Frankfurter Tuesday Night Skatern war sie die ganze Zeit auf Inlinern unterwegs. Komplett in Orange gekleidet und zu lauter Musik fahren sie hin und her. „Es ist hier wirklich besonders schön“, sagt Edda Vogt. Damit meine sie vor allem die kleinen Gassen und die gute Stimmung der Heddernheimer.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum