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Aschermittwoch in Frankfurt Richtige Ökos

Beim Aschermittwoch der Frankfurter Grünen ist Annalena Baerbock, die neue Bundesvorsitzende der Grünen, zu Gast. Bevor die erste Rede ansteht, tanzen die Grünen gegen Gewalt gegen Frauen.

Grüne in Frankfurt
Annalena Baerbock, die Bundesvorsitzende der Grünen, sprach unter der Honsellbrücke. Foto: Oliver Berg (dpa)

Von Bierzeltatmosphäre wie sie andere Parteien am Aschermittwoch pflegen, ist man bei den Grünen am Mittwoch weit entfernt. Es gibt Jutta-Cocktail (mit Alkohol) und Joschka-Cocktail (ohne Alkohol), und bevor die erste Rede ansteht, wird getanzt. Und zwar gegen Gewalt gegen Frauen. Mit Wollmützen wie beim Women’s March Day auf den Köpfen, die zum Symbol für den Frauenprotest geworden sind.

Doch natürlich wird auch geredet. Annalena Baerbock ist in den Kunstverein Familie Montez unter der Honsellbrücke gekommen, die gerade frisch gekürte neue Bundesvorsitzende. Direkt aus Köln ist sie vom Aschermittwoch der NRW-Grünen angereist. „Ich habe ja versprochen, da hinzugehen, wo es wehtut“, sagt sie. Und deshalb ist sie erst mal zum Karneval nach Köln gefahren.

Baerbock schlägt ein schnelles Redetempo an. Sie spricht viel von „Arbeitsaufträgen“ für die Grünen. Einer davon: „Wer seine Heimat liebt, der spaltet sie nicht, sondern lädt andere ein, hier ihre Heimat zu finden.“ Dass ein Heimatministerium an Horst Seehofer von der CSU gehe, sei schmerzhaft; Heimat bekomme eine andere Bedeutung. Nächster Arbeitsauftrag: „Es ist unser Auftrag, die AfD zum Schweigen zu bringen.“ Und dafür dürfe man Debatten mit den Rechtspopulisten nicht scheuen. Die Grünen müssten auch deutlich machen, dass „Öko und Soziales zusammengehören“. Und es solle auch immer die Rolle der Grünen sein, „richtige Ökos zu sein“, sagt sie. Denn das sei ein Alleinstellungsmerkmal, „deswegen müssen wir die Öko-Fahne immer hochhalten“.

Die OB-Kandidatin der Grünen, Nargess Eskandari-Grünberg, nahm vor allem Amtsinhaber Peter Feldmann (SPD) in den Fokus. Die Slogans auf seinen Plakaten seien alle falsch. „Da muss draufstehen: ,Ich bin der Peter, ich weiß von nix’.“ Feldmann wolle die RMV-Preise drastisch senken – „doch im Aufsichtsrat, das weiß doch jeder, sitzt längst der Peter“. Der Frankfurter Landtagsabgeordneten Martina Feldmayer sagt sie, ihr sei es schwergefallen, an diesem Aschermittwoch gegen den politischen Gegner auszuteilen: „Mir tut die SPD nach den Groko-Verhandlungen fast leid, in so desolatem Zustand ist sie.“

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