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Familie Rothschild Mit Münzhandel zum Erfolg

Die Dynastie beginnt im Haus zum Grünen Schild.

Ein feiner alter Herr: Freiherr Max von Goldschmidt-Rothschild vorm Tor zu seinem Anwesen Bockenheimer Landstraße 10. Foto: privat

Der Mann hieß Rothschild, aber als er mit vierzig Jahren 1784 in der Frankfurter Judengasse ein Kontor für seinen florierenden Münzhandel aufmachen wollte, kaufte er für über 11.000 Gulden ein Haus mit Namen "Zum Grünen Schild". An dieser Adresse, Judengasse 148, lebten Meyer Amschel Rothschild und seine Frau Gutle zunächst mit sechs Kindern, und bis 1792 wurden vier weitere geboren. So hat die Geschichte angefangen, mit der Dynastie der Rothschilds. Eine Erfolgsgeschichte, die hier im heutigen Rothschildpark wie auch im Grüneburgpark mit Enteignung und Zerstörung zu Ende ging.

Nicht nur die Söhne halfen in Meyer Amschels Münzhandel mit, "sobald sie dreizehn oder vierzehn Jahre alt waren". Auch die Töchter "und später die Schwiegertöchter", waren im Kontor im ersten Stock der Judengasse geschäftlich eingespannt, kann man in der Rothschild-Biografie nachlesen, die das Jüdische Museum 1994 herausgegeben hat. Das Museum hat damals die in der Welt verstreuten Rothschilds zur Frankfurter 1200-Jahr-Feier an einen Tisch geholt.

Es waren Meyer Amschels fünf Söhne, die ab 1799 an den europäischen Handelsplätzen Posten bezogen. Nathan war der erste, er ging nach London, denn: "Es war in der Stadt (Frankfurt) nicht genug Raum für uns alle..." Nur der älteste Sohn, Amschel Mayer, hielt in Frankfurt mit dem Bankhaus M.A.Rothschild & Söhne die Stellung - ab 1813 in der Fahrgasse.

Unter Wilhelm Carl von Rothschild, einem Neffen, wurde dann 1901 die Frankfurter Rothschild-Bank geschlossen, weil keine männlichen Erben da waren. Gründervater Meyer Amschel hatte nämlich 1812 verfügt, "daß meine Töchter und Töchtermänner und deren Erben an der Firma Meyer Amschel Rothschild und Söhne (. . .) keinen Antheil haben". Darum hatte auch Maximilian Goldschmidt-Rothschild, jener alte Herr, der bis zu seinem Tod am 30. März 1940 als letzter das wenig später zerstörte Rothschild-Palais an der Bockenheimer Landstraße 10 bewohnte, als Schwiegersohn keine Chance, das Bankgeschäft weiterzuführen. Obwohl auch er ein angesehener Bankier war.

Von Maximilian Goldschmidt-Rothschild lebt die Erinnerung im Rothschildpark, aus dem die Stadt Frankfurt in allen vier Himmelsrichtungen seit Kriegsende viele Baugründstücke herausgeschnitten hat. Das geschah auch, um Rothschilds Erben für Unrecht und Enteignung zu entschädigen.

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