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Falsche Beschuldigung Alle Vorwürfe scheinen an Heidi K. abzuperlen

Zeugen belasten die ehemalige Lehrerin Heidi K.. Sie muss sich vor dem Landgericht Darmstadt wegen Freiheitsberaubung verantworten. Wegen ihr saß ein Mann fünf Jahre unschuldig in Haft. Sie bleibt bei ihrer Behauptung, er habe sie 2001 vergewaltigt.

15.05.2013 21:48
Sonja Jordans
Wegen der Aussage dieser Frau, saß ein Lehrer fünf Jahre unschuldig in Haft. Foto: dpa

Vor Gericht gilt die Unschuldsvermutung. Solange kein Urteil gesprochen ist, ist ein Angeklagter eben nur das: angeklagt. Das gilt auch für Heidi K. – auch, wenn sie es Prozessbeobachtern schwer macht, ihr neutral gegenüberzutreten.

Die ehemalige Lehrerin muss sich vor dem Darmstädter Landgericht wegen Freiheitsberaubung verantworten. 2001 hatte sie ihren damaligen Kollegen Horst Arnold der Vergewaltigung bezichtigt. Er saß deshalb fünf Jahre in Haft. Erst 2011 sprach ihn das Landgericht Kassel nachträglich frei. Knapp ein Jahr darauf starb Arnold. „Er war ein gebrochener Mann, aufgedunsen, nicht mehr so wie früher“, beschreibt ein ehemaliger Vorgesetzter am Dienstagmorgen, wie er Arnold nach der Haft erlebte. „Er hat Andeutungen gemacht, im Gefängnis vergewaltigt worden zu sein“. Wenn der ehemalige Vorgesetzte über K. spricht, scheint es, als habe er ihr schon damals nicht getraut. „Die Vergewaltigung kann räumlich und zeitlich so gar nicht abgelaufen sein“, betont er. Das habe er bereits 2001 gesagt. Aufgenommen worden sei das allerdings nirgends.

Kollegen wilde Geschichten erzählt

Auch andere Zeugen zeichnen kein durchweg positives Bild der Angeklagten. Nett sei sie zwar gewesen. „Das war manchmal aber nebulös, was sie erzählt hat“, berichtet eine ehemalige Tennis-Freundin. So habe ihr K. berichtet, sie habe einen Kinderpornoring aufgedeckt und schwebe nun in Lebensgefahr. Auch ein Lebensgefährte, von dem K. ihr erzählt hatte, „war ermordet worden oder sollte ermordet werden“, erinnert sich die einstige Freundin.

K. habe zudem ein „forderndes“ Wesen gehabt. Das bestätigt Ex-Ehemann Nummer drei der Angeklagten. Der heute 39-Jährige war ab 1998 knapp ein Jahr mit ihr verheiratet gewesen. „Das war eine belastende Zeit für mich – körperlich, finanziell, psychisch“. K. habe nach der Hochzeit eine „dominante und kühle Art“ gezeigt. Geld und Prestige seien ihr wichtig gewesen. Ihn dagegen habe sie „klein halten“ wollen, sagt der Exmann.

Heidi K. wirkt unbeteiligt, schüttelt nur ab und an den Kopf. Wieder versteckt sie sich unter einer dunkelroten Perücke, wieder notiert sie alles, was gesprochen wird. Und wieder hinterlässt sie den Eindruck, als perle alles an ihr ab. Für sie hat es die Vergewaltigung gegeben, das hatte sie bereits zu Prozessbeginn betont.

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