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Fair handeln in Hessen Die Rhein-Main-Region will fair werden

Das Rhein-Main-Gebiet soll eine „faire Metropolregion“ werden. Der Regionalverband will bei den Kommunen für die Idee des fairen Handelns werben.

Kaffee
Kaffee soll nach ethischen Gesichtspunkten gekauft werden. (Symbolfoto) Foto: peter-juelich.com

Das Rhein-Main-Gebiet soll zu einer „fairen Metropolregion“ werden, wie es Nürnberg oder die Rhein-Neckar-Region bereits sind. „Wir können unsere Einkaufsmacht nutzen, den fairen Handel zu unterstützen, etwa wenn es um Kaffee, Orangensaft oder auch das Baumaterial bei öffentlichen Aufträgen geht“, sagt Klaus Schejna (SPD).

Der Bürgermeister der Gemeinde Rodenbach (Main-Kinzig-Kreis) warb vor den Mitgliedern des Regionalverbands Frankfurt-Rhein-Main dafür, sich für den fairen Handel stark zu machen. „Es sollte uns schließlich nicht egal sein, ob die Pflastersteine aus Indien und China von Kindern aus den Felsen herausgeschlagen werden oder nicht.“ Es gehe darum, Verantwortung zu übernehmen und das Signal zu senden, dass sich die Region auch um die „großen Themen“ wie die globale Gerechtigkeit kümmere.

Die Region könnte sich beim Verein Trans Fair um die Zertifizierung bewerben, wenn mindestens 67 Prozent der Menschen, die in einer der 75 Mitgliedskommunen des Regionalverbands leben, in einer Stadt mit dem FairTrade-Siegel zu Hause sind. Zurzeit sind es rund 60 Prozent. So haben beispielsweise Frankfurt, Offenbach, der Hochtaunuskreis und Neu-Isenburg die Fair Trade-Anerkennung erhalten, Hanau und Kelkheim am Taunus bewerben sich gerade darum.

Der Regionalverband will nun weitere Städte, Gemeinden und Landkreise dabei unterstützen, sich zu fairen Kommunen zu entwickeln.

Bürger finden Nachhaltigkeit  wichtig

Das Engagement könnte zumindest bei den Bürgerinnen und Bürgern auf fruchtbaren Boden fallen. Das zeigen die Ergebnisse einer aktuellen Befragung von Kantar Emnid im Auftrag der Bertelsmann Stiftung.  Jeder zweite Deutsche (57 Prozent) hat demnach nicht das Gefühl, dass sich die Politik der eigenen Stadt oder Gemeinde besonders für eine nachhaltige Entwicklung engagiert.

Dabei stufen 81 Prozent der Bürger Nachhaltigkeit als wichtig ein. 67 Prozent signalisieren eine große Bereitschaft, sich für mehr Nachhaltigkeit einzusetzen.

Nachhaltigkeit bedeutet dabei für vier von fünf Bürgern, dass bei politischen Entscheidungen alle Auswirkungen auf die Wirtschaft, die Umwelt und die Gesellschaft sowie die Interessen der künftigen Generationen berücksichtigt werden.

Aus der repräsentativen Befragung können laut Bertelsmann Stiftung vier Handlungsempfehlungen für die Verantwortlichen in Städten und Gemeinden abgeleitet werden. Aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger  sollten sie die nachhaltige Entwicklung intensiver vorantreiben und Klimaschutz, Armutsbekämpfung und bezahlbarer Wohnraum stärker berücksichtigen.

Zudem sollte die Bereitschaft der Bürger, sich zu engagieren, stärker genutzt und digitale Technologien für eine verbesserte Bürgerbeteiligung eingesetzt werden.

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